Dienstag, 17. Juni 2008

Home Sweet Home

Marcella hat mit ihrer Beschwerde natürlich vollkommen recht, eigentlich hätten wir uns schon längst mal melden sollen.



Wie oft ging es uns selbst so, dass wir uns bei anderen Heimkehrern gewundert hatten ... "Jetzt ist der/die schon so lang zuhaus und hat immer noch nix geschrieben. Dabei hat der/die doch jetzt Zeit.".





Zu unserer Verteidigung können wir lediglich sagen, dass wir aktuell kein Internet zuhaus haben und vielleicht, dass man selbst mal nach so einem Reisemarathon heimkommen sollte, um nachvollziehen zu können, wie platt man dann ist - wir zumindest hatten das total unterschätzt. Ach ja und die Fussball-EM läuft ja auch noch ;)

In diesem Sinne erstmal ein großes Dankeschön an all diejenigen, die uns während der Reise verfolgt haben und mit ihren netten Kommentaren Kontakt zu uns gehalten haben, sowie ein großes Sorry für die nach unserer Ankunft eingetretene Sendepause.

Die Reise ist also vorbei, demnach gibts hier auch leider erstmal keine neuen Bilder von Traumstränden, Wahnsinns-Berglandschaften oder allem was so zwischendrin liegt. Was wir noch machen werden - sowohl für unser Gedächtnis als auch für alle Interessierten - ist, uns zu überlegen, ob es noch praktische Reisetipps gibt, die wir hier nach der Erfahrung der letzten paar Monate hinterlegen können.

Ansonsten gewöhnen uns so langsam daran, anstatt einem Reiserucksack mit unseren paar Habseligkeiten, einen vollständigen Haushalt unser Eigen nennen zu können. So richtig sicher, was schöner ist, sind wir uns noch nicht. Der Haushalt kommt einem nach der Leichtigkeit des Reisens auf jeden Fall erstmal ganz schön vollgestopft vor und wird folglich gerade fleißig entrümpelt.





Die Rückkehr nach Deutschland an sich war weniger schlimm als befürchtet. Nach den Erfahrungen anderer, waren wir schon auf unfreundliches Bodenpersonal und eine berüchtigte Service-Wüste Deutschland gefasst. Aber zum einen muss man sagen, dass es schon beim Umsteigen in London kühler zuging als andernorts (im Transit-Bereich kam die Frage "Which carrier?" anstatt einem "Hello, which carrier?" - kleiner aber feiner Unterschied) und zum anderen zieh ich aktuell einen neutralen Angestellten, bei dem ich weiß, woran ich bin, einem grinsenden Asiaten, der in mir eine laufende Geldmaschine sieht, vor. ;)

Eigentlich war die Rückkehr sogar lustig, weil wir einen Feierabend-Flieger von London nach Frankfurt erwischt hatten und mit unseren abgelatschten Flip-Flops und Reiseklamotten inmitten steifkragiger Geschäftsleute saßen. Der Oberclou: Als kleinen Snack gabs ein Vollkorn-Brot mit Käse ... mhhhh! Die Jungs wussten das kein bisschen zu schätzen, während wir nach langer Zeit ohne gescheites Brot jeden einzelnen Bissen mit geschlossenen Augen genossen.

Nun gut, schön war die Zeit auf Achse! Schön ists aber ebenso, wieder daheim zu sein. Sonja fängt Anfang Juli wieder an zu arbeiten und Sebastian sucht sich erstmal einen passenden Job im Raum München. Denn da gibts schöne Berge in der Nähe und dass die Sebastian geradezu magisch anziehen, dürfte ja mittlerweile bekannt sein.

Donnerstag, 5. Juni 2008

MO: Macau

Macau, einst portugiesisches Hoheitsgebiet und nun eine von zwei Sonderverwaltungszonen Chinas, liegt 90-Fährminuten von Hong Kong entfernt und bietet sich daher als Ausflugsziel an, wenn man schon mal in Hong Kong weilt.



Da unser Rückflug nach Deutschland von Hong Kong aus ging, lag auch für uns nahe, Macau zu besuchen. Macau bietet neben den portugiesischen Einflüssen, die in der Altstadt und auf vielen Speisekarten zu finden sind, als einziger Ort Chinas legale Kasinos und davon gleich jede Menge - Las Vegas in klein könnte man sagen.

Für uns hat sich der Ausflug nach Macau nicht wirklich gelohnt. Das mag größtenteils daran gelegen haben, dass wir einfach am Ende unserer Reise (und Kräfte) waren, Zocker mit mehr Energie könnten hier sicherlich Freude haben. Andererseits wirkte Macau auf uns nicht viel anders, als andere chinesische Großstädte. Laut, eng und mit schlechter Luft versehen.



Obendrauf kam das im Vergleich zu Thailand hohe Preisniveau (absolut mittelmäßiges Zimmer in Macau für 26 Euro im Vergleich zu 8-12 Euro für teils superschöne Zimmer in Thailand oder auch anderen südostasiatischen Ländern) und unsere Nicht-Begeisterung war perfekt. Wenn man das mit dem Enthusiasmus vergleicht, mit dem wir die Asienrundreise 3 Monate vorher in Hong Kong gestartet hatten, wird deutlich, dass es auch was Schönes haben kann, mal wieder heimzukommen.

Alle Bilder findet ihr hier.

Sonntag, 1. Juni 2008

Angebot der Woche

Damit wir auf unsere letzten faulen Tage noch was Gutes vollbringen, haben wir uns gedacht, dass es zum Abschluss schoen waere, die Postkarten-Aktion von vor ein paar Monaten zu wiederholen.



Diesmal gibts keine Mengen-Beschraenkung, sondern eher eine Zeitbeschraenkung. Fuer jeden (den wir kennen), der es schafft, auf diesen Post einen Kommentar zu schreiben, bevor wir am 06.06. fruehmorgens in den Flieger in Hong Kong steigen, gibts eine Postkarte. Erwartet keine kreativen Erguesse, aber wir geben unser Bestes!

Zur Auswahl stehen drei Absendeorte/Kartenmotive (jeweils mit Kommentar-Abgabeschluss): Thailand (03.06.), Macau (04.06.), oder Hong Kong (05.06.).

Wer Bedenken hat, seine Adresse mit in den Kommentar zu packen, der kann sie uns gerne per E-Mail schicken: sebastian@skayser.de

P.S.: Derjenige, der als naechstes nach Laos reist (Hannah?!), bitte Bescheid geben. Im Durchrauschen haben wir vollkommen vergessen, von dort Postkarten mitzunehmen.

TH: Beneidenswert?

Alles hat bekanntlich zwei Seiten. In diesem Sinne lauscht mal einem Mitschnitt der naechtlichen Hintergrundkulisse, die wir gestern hatten. Die Aufnahme ist nicht sonderlich gut, ggf. etwas aufdrehen, aber hoert ihr das Katzengejammer?

Beneidenswert oder bemitleidenswert? Mir faellt da nur Badesalz ein: "Hey, dem laeuft ja Blut ausm Ohr".

Samstag, 31. Mai 2008

Ich packe meinen Rucksack

... und nehme mit, faengt damit an, dass man zuhause umgeben von allen noetigen und unnoetigen Dingen vor der Qual der Wahl steht, was fuer die Zeit auf Reisen denn alles wichtig sein koennte. Eins vorab, man schiesst unserer Erfahrung nach uebers Ziel hinaus.



Aber zurueck zum Anfang. Man sitzt also inmitten des "Luxus", viele Schraenke, Abstellplatz fuer alles Moegliche zu haben und ist mit dem begrenzten Fassungsvermoegen des Rucksacks konfrontiert (und genauso wie sich erstere erstaunlich schnell fuellen, ist auch letzterer ruck-zuck voll).



Zu den Fassungsvermoegen unserer treuen Begleiter: Sonja nennt einen 55 + 10 Liter ihr Eigen, Sebastians fasst 60 + 10 Liter (die +10 beziehen sich auf den hoehenverstellbaren Deckel, der je nach Bedarf mehr/weniger Stauraum erlaubt), beide von Deuter wenn wir mal Werbung fuer Produkte machen duerfen, die uns bisher nie im Stich gelassen haben.

Wir hatten uns Folgendes ueberlegt: Heisse und kalte Klimazonen sowie jede Menge Wanderungen stehen auf dem Plan. Wir benoetigen daher kurze/luftige und lange/warme Klamotten sowie unsere Outdoor-Kleidung. Dabei liessen sich schonmal Synergie-Effekte nutzen, denn kurze Wanderhosen lassen sich auch im tropischen Alltag anziehen und haben dabei noch den Vorteil ultra-leicht/schnell trocknend zu sein.

Sebastian hat ergo die deutlich stylischeren, aber auch zigmal schwereren Baggy-Shorts aussen vor gelassen (wuerde er jederzeit wieder machen). Genauso doppelt die lange Wanderhose als lange Hose fuer alle Faelle (die Jeans wurden heimgeschickt, da viiiel zu schwer) und langaermlige Hemden halten sowohl fuer Sonnenschutz beim Elefanten-Reiten als auch fuer Momente her, in denen man serioes wirken moechte.

Daraus lassen sich zwei Prinzipen fuer die Klamottenauswahl ableiten: So leicht wie moeglich und universell einsetzbar.

Klar denkt man sich, dass es schoen waere, stylische Klamotten dabei zu haben, um auch mal schicker Essen oder sonstwohin auszugehen, aber mal ganz ehrlich: Wie oft macht man sowas tatsaechlich und wie oft im Vergleich dazu hieft man seinen Rucksack durch die Gegend?

Wenn ich jetzt so darueber nachdenke, war die beschraenkte Kleiderauswahl im Rucksack kombiniert mit dem Ungezwungenen des Reisens sogar sehr entspannend. Ich kann mich nicht entsinnen, mir jemals ueberlegt zu haben, welches T-Shirt oder Hemd denn nun besser zu einer Hose passt, man greift einfach in den Rucksack und nimmt das, was noch nicht schmutzig ist. Und nur, um das nochmal klarzustellen: Dabei kam nicht die Kleiderkombi vom Kayaken in Neuseeland raus. Die war geliehen.



Was uns zum naechsten Punkt bringt: Waesche waschen; eine Option, die wir bei frueheren Kurzurlauben nie bedacht hatten. Da wurde immer passend fuer die Urlaubszeit plus etwas Reserve eingepackt und die Schmutzwaesche erst zuhaus gewaschen. Bei 5 Monaten Reisezeit waere das nicht nur daemlich, sondern allein gewichtstechnisch nicht machbar.

Anstattdessen geben wir unsere Schmutzwaesche ungefaehr einmal pro Woche (je nach Aktivitaetsgrad auch mal weniger oft) zum Waschen. Das kann man fuer +- 1 Euro pro Kilogramm in nahezu jedem Guesthouse oder aber einem der vielen Laundry Service Shops (aka Tanta Emma Laden) an der Strasse machen. Die Guesthouses bringens manchmal auch selbst nur zum Laundry Service oder berechnen stueckweise und nicht nach Gewicht. Wir gehen also eher direkt zum Laundry Service (gemaess der Maxime "spread the wealth", nicht nur bei einem Geschaeft Geld lassen).

Die Waesche bekommt man einen Tag spaeter oder mit Zuschlag auch bereits ein paar Stunden spaeter gewaschen, getrocket und manchmal auch gebuegelt wieder zurueck. Auf die Details der Waesche (Waschmittel, Schleuderzahlen usw.) hat man keinen Einfluss oder aber wir waren zumindest nie versessen darauf, Einheimischen zu verklickern, unsere Waesche doch mit Feinwaschmittel im Schongang zu waschen.

Bisher ist uns jedoch toi toi toi noch Nichts verfaerbt oder eingegangen zurueckgekommen. Lediglich Sebastians Baumwollhemd aus Vietnam sieht aus, als waere es schon ein paar hundertmal oefter geschleudert worden, und Weisses ist nicht mehr ganz so weiss. Noch ein Grund also, Kleidungsstuecke, die einem lieb und teuer sind eher zuhaus zu lassen.

Neben Klamotten gibts dann natuerlich noch andere Dinge wie Duschgel / Zahnpasta & Co, Reiseapotheke, Erste-Hilfe-Set, Buecher, etc. Ziemlich Standard, aber auch hier kommt ploetzlich das Gewicht zum Zuge. Man faengt an, ein gemeinsames Shampoo zu nutzen (Sebastian hat nun Haare wie eine Prinzessin ... Scherz), greift beim Duschgel zur Standardgroesse und nicht zum 20%-Extra-Sparpack oder aber erwischt sich dabei, zwei Buecher im Buchladen gegeneinander abzuwiegen.

Zum Verstauen und Rumtragen des Gepaecks haben sich neben dem grossen Rucksack ein kleiner Daypack bzw. Sonjas Handtasche als sehr praktisch erwiesen. Da kommen die wirklich wichtigen (Reisepaesse, Geld, Flugticket) und teuren (Kamera, MP3-Player) Sachen rein, die man dann mit sich rumtraegt, waehrend man sich somit um die grossen Rucksaecke, die irgendwo im Abstellraum, Hotelzimmer oder Busladefach rumstehen keine Sorgen machen muss.

Da moegen andere Leute anders herangehen und Wertsachen im Hotel lassen, aber uns war das oftmals zu umstaendlich (gerade, wenn wir was weggepackt hatten, brauchten wirs) oder suspekt (in einem Hotel gabs keine Schliessfaecher, der Hotelier packte das Zeug einfach in eine Plastiktuete und diese in die Schreibtischschublade der Rezeption), noch hatten wir je das Gefuehl, auf der Strasse mit unseren Sachen unsicher zu sein.

Unser kleiner Rucksack war also praktisch, manchmal jedoch zu klein. Speziell bei Tagesausfluegen haetten wir uns oft einen groesseren gewuenscht, um Handtuecher, Buecher, Trinken, etc. unterzubringen (Amelie kam mit ihrer grossen Sackhandtasche zur Rettung). Aber auch so haben wir es irgendwie geschafft.

Was wir anfangs dabei hatten, in Australien aber Sebastians Mutter mit auf die Heimreise gaben, war Sebastians Laptop. So ein Teil ist praktisch, man kann zwischendurch Bilder aussortieren oder das an vielen Orten verfuegbare Wireless nutzen ohne immer gleich Kohle im Internet-Cafe zu zahlen. Wir haben sogar ein Paerchen getroffen, die erst ohne in ihre 1-Jahres-Weltreise gestartet waren und sich dann ein Notebook kauften, weil sie ihr Blog anders nicht auf dem neuesten Stand gehalten bekommen hatten. Auf der anderen Seite geniesse ich es, meinen Rucksack wo und wann auch immer ohne Ruecksicht auf kaputt-bare Dinge fallen lassen zu koennen. Ganz zu schweigen davon, dass man damit wieder eine Wertsasche mehr am Hals hat.

Ohne Laptop sind wir dazu uebergegangen, immer einen kleinen Block dabei zu haben, auf dem wir nicht nur spontane Gedanken / Ideen festhalten, sondern auch Blog-Eintraege vortexten. Wir bloggen sozusagen erst auf unserem Block und dann im Blog.



Neben dem Laptop haben wir einiges weiteres nach Hause geschickt und unser Reisegewicht stark reduziert. Alleine auf Tasmanien warens nahezu 12 Kilogramm (!), die via Post nach Hause gingen. In Nordthailand warens nochmal 8 Kilogramm und obendrauf haben wir Diverses unterwegs einfach entsorgt (u.a. meine treuen Golas, moegen sie in Frieden ruhen); was zeigt, dass wir deutlich mehr eingepackt hatten, als wir tatsaechlich brauchten. Spaetestens wenn man mit einem so befuellten Rucksack auf Zimmersuche unterwegs ist und unter der Last fast zusammenbricht, ueberlegt man sich, was man wirklich braucht.



Bei uns kam erschwerend hinzu, dass wir Vieles, was wir im kalten China brauchen sollten, kein bisschen im heissen Rest von Asien brauchten und umgekehrt. Ist man also nur in warmen Gefilden unterwegs, kann man schon einiges an Gewicht einsparen; Sebastians Schwester kam fuer Thailand auf lediglich 8 Kilogramm. Das hat dann nicht nur den Vorteil, dass man leichter reist, sondern auch, dass man vorm Heimflug mehr shoppen kann (sie flog mit 14 Kilogramm zurueck).

Abschliessend wuerde ich sagen, immer im Hinterkopf behalten, dass es so ziemlich alles, was man brauchen koennte, auch unterwegs zu kaufen gibt, man also eher minimalistisch packt und dann sieht, wie es so laeuft und dabei immer an Dave vom Tasman Backpackers denkt, der uns predigte:

"Everything that fits into one backpack is ok!"
Bis auf den kleinen Ergaenzungs-Daypack haben wir es uns zu Herzen genommen und unsere Rucksaecke sind aktuell schon eher zu gross fuer das, was wir zum Reinpacken haben.



Ausfuehrlichere Tipps zum Packen findet ihr u.a. hier.

P.S.: Fuer alle, die es ganz genau wissen wollen, findet sich hier ein aktuelles Inventar von Sebastians Rucksack.
  • 1 Waschbeutel inkl. Inhalt
  • 1 luftige Baumwollhose
  • 1 solide Wanderhose
  • 2 leichte Wandershorts
  • 1 leichtes, saugkraeftiges Mikrofaser-Reisehandtuch
  • 1 Badeshort
  • 4 T-Shirts, 1 Funktionsshirt
  • 3 Hemden
  • 1 langaermlige Weste
  • 1 Schlafsack-Liner (keine Ahnung, wie das auf Deutsch heisst)
  • 8 Unterhosen
  • 2 Paar Wandersocken, 3 Paar Socken
  • 1 Paar Flip-Flops
  • 1 Paar Cross-Country-Schuhe
  • 2 Kniebandagen
  • 1 duenner Schal (Souvenir aus Kambodscha)
  • 5 Buecher (mehr duenne als dicke)
  • 1 Rolle Toilettenpapier
  • 2 Kugelschreiber
  • 1 Edding
  • 1 aufblasbares Reisekissen
  • 1 Satz Wanderbesteck
  • 1 Taschenmesser
  • 1 Packung Ohropax
  • 1 Schlafbrille
  • 1 Erste-Hilfe-Set
  • 1 Rucksack-Raincover
  • 1 Rucksack-Overall
  • 1 Fahrradschloss
  • 3 kleine Vorhaengeschloesser
  • 1 Elektronik-Krimskrams-Beutel (Handyladegeraete, Kabel, Kopflampe, usw.)
  • 1 Ausgabenbuch
  • 1 Tagebuch
  • 1 Kaeppi
  • 1 Sonnenbrille
Krass, hoert sich das viel an (kommt am Flughafen inkl. Rucksack auf etwa 14 Kilogramm) und zugegebenerweise haben sich da eben in den Tiefen des Rucksacks noch ein paar Dinge gefunden, an die wir schon garnicht mehr gedacht haben (geschweige denn, gebraucht haetten).

Denn sie wussten nicht, was sie durch die Gegend trugen ...

Donnerstag, 29. Mai 2008

TH: Zeit fuer anything

Wir haben schon ein paar Tage lang nicht mehr viel von uns hoeren lassen und das hat seinen Grund: Im Gegensatz zu einigen anderen Laendern, wo wir staendig auf der Suche nach neuen Erlebnissen waren, hoeren wir uns auf unsere letzten Reisetage morgens an der Rezeption immmer oefter "Can we stay another night?" sagen.



Man koennte sagen, wir kosten die letzten Tage mit aller Ruhe aus, denn in ganzen 8 Tagen ist unser Auslandsaufenthalt mit angeschlossenem Reisemarathon rum und wir betreten wieder deutschen Boden (uns ist gerade aufgefallen, dass wir das perfekt mit dem EM-Start abgepasst haben ;) ).

Wir nutzen also aktuell noch die Annehmlichkeiten, die Thailands Straende (und die guenstige Nebensaison) so zu bieten haben und goennen uns Zeit, das Erlebte der letzten Monate einsickern zu lassen.



Dabei haben wir abends nicht nur die Qual der Wahl, welches Sonnenuntergangsfoto wir denn nun aufheben sollen, sondern auch, welche der vielen Fernbedienungen unseres Bungalows wir denn fuer die Klimaanlage nehmen sollen.





Nebenher holen wir mit allen sehenswerten und nicht sehenswerten Filmen auf, die wir in unserer nahezu Kino- und Fernseh-losen Zeit in Neuseeland und auf Reisen verpasst haben, denn unser Bungalow verfuegt ueber Fernseher und DVD-Player (siehe Fernbedienungen), von denen sich letzterer schier endlos mit einem der 300 Filme aus der Bungalow-Bibliothek fuettern laesst.

Dabei ist nicht alles toll, was wir so schauen, aber wenn nicht der Film fuer Erheiterung sorgt, dann sinds die schlechten Untertitel der Thai-Raubkopien. Beispiele gefaellig? Aus "my little lamb" (gesprochen) wird "my disneyland" (untertitelt), aus "my official obligations" wird "my fisher gations" (was auch immer das heissen soll). Beim Schauen solcher Filme also nicht immer auf die Untertitel verlassen ;)

In diesem Sinne bis bald.

UPDATE: Ein paar weitere Grinsekandidaten gefaellig? Aus "she is vicious" wird "she is fish shit" (was ja im Auge des Betrachters der ungefaehre Wortlaut sein kann), aus "soccer practice" wird "sucker paradise" (mhhh, durfte da damals jemand beim Fussball nie mitspielen?!) und aus "Paris" wird "pass friends", und und und. Amuesement garantiert.

Mittwoch, 28. Mai 2008

TH: Krabi

Ins Oertchen Krabi hats uns per Zufall auf dem Weg aus dem Norden runter nach Ko Phi Phi verschlagen. Eigentlich wollten wir Phi Phi von Phuket aus mit der Faehre ansteuern. Nachdem wir jedoch in Bangkok am Flughafen standen und dort der Flug nach Krabi (von wo aus auch eine Faehre geht) billiger war, haben wir den genommen.



So kams dann auch, dass wir von Phi Phi wieder nach Krabi zurueck sind, um dort Amelie gen Bangkok zu verabschieden (ihr Urlaub ging dem Ende zu) und ein paar gemuetliche Tage in der wunderschoenen Unterkunft zu verbringen, die wir beim ersten Mal "gefunden" hatten.





Krabi selbst wird oft als Strand-Reiseziel angepriesen, die Stadt an sich liegt aber nicht am Meer. Die Straende sind 30 - 45 Minuten Autofahrt oder etwa 20 Kilometer von der Stadt entfernt und zumindest der an dem wir waren (Ao Nang), war was Futtern angeht, sogar noch teurer als Phi Phi Island.



Als (mehr als ausreichende) Entschaedigung fuers teure Essen gabs einen Monster-Sonnenuntergang; so einen hatten wir schon lange nicht mehr.





Perfektes Finale also, um meine Schwester am naechsten Tag mit schoenen Urlaubserinnerungen in den Flieger nach Bangkok zu setzen.

Sonntag, 25. Mai 2008

Reisekasse - Teil 2

Reisen kostet Geld, egal ob man mal fuer 2 Wochen in Urlaub geht oder 5 Monate in der Weltgeschichte umherreist. Grosser Unterschied ist jedoch, dass bei letzterem der Kontostand am Ende des Monats nicht wie ueblich mit einer Gehaltszahlung besaenftigt wird, sondern stetig sinkt.

Damit dieses Sinken kontrolliert vonstatten geht, behalten wir unsere Ausgaben im Auge und haben uns natuerlich vor Reiseantritt Gedanken ueber ein Budget (stark gekoppelt an verfuegbare Finanzen) gemacht.

Im Mittel veranschlagt haben wir fuer Australien 50 Euro pro Tag und fuer Asien 30 Euro pro Tag, macht bei 2 Monaten Australien und 3 Monaten Asien summa summarum 5000 Euro. Das beinhaltet alles von Visa, Fluegen, sonstigem Transport und Eintrittsgebuehren ueber taegliche Ausgaben bis hin zu Sachen wie Buecherkauf (Sonja ohne Buechernachschub geht nicht), Toilettenartikel, Medizin oder sporadische Souvenirs. Lediglich der Flug von Neuseeland nach Deutschland mit 3 Monate-Stopover in Hong Kong war schon im Voraus gezahlt.

Die Kostenabschaetzung fuer Asien haben wir auf Erfahrungswerte anderer Traveller gestuetzt, die wir in Neuseeland getroffen hatten. Fuer Australien haben wir die Kosten fuer Auto, Unterkunft und Nahrung ueberschlagen ud etwas Puffer fuer Sonderausgaben oder Aufenthalte in generell teureren Grossstaedten draufgeschlagen.

Nachdem unsere Reise nun schon fast ihr Ende erreicht hat koennen wir hier nicht nur ueber Projektionen, sondern tatsaechliches Eingetretenes reden und konkrete Zahlen beifuegen. Umgerechnet in Euro haben wir pro Nase und Tag folgendes ausgegeben (sortiert nach Laendern in besuchter Reihenfolge).

  • Australien: 56 Euro
  • Hong Kong: 53 Euro
  • Kambodscha: 23 Euro
  • Vietnam: 28 Euro
  • China: 38 Euro
  • Thailand: 25 Euro
  • Laos: 18 Euro

Bei Neuseeland hatten wir noch kein Buch gefuehrt, war aber guenstiger als Australien, da wir ein eigenes Auto hatten, nicht so weit fahren mussten und Unterkunft deutlich guenstiger war.

Etwas verfaelscht sind die Zahlen durch Ausgaben, die wir in einem Land fuers naechste getaetigt haben. So haben wir z.B. in Hong Kong Visa und Anflug fuer Kambodscha bezahlt oder in Vietnam den 2-Tages-Zug nach Beijing in China.

Im Schnitt liegen wir innerhalb unseres Budgets, haben so z.B. in den nun fast 3 Monaten Asien knapp 2.800 Euro pro Nase ausgegeben; laesst streng genommen 200 Euro fuer knapp 2 Wochen, werden alleine wegen dem Flug von Bangkok nach Hong Kong drueber liegen. Somit sind wir in der geschaetzten Summe vielleicht um 10% drueber, haben aber genauso streng genommen auch 3 Monate und 1 Woche, also garnicht mal schlecht.

Mit einer relaxteren Reiseroute (d.h. keine so grossen Entfernungen in kurzer Zeit, mehr Aufenthalt an einem Ort) lassen sich diese Kosten deutlich druecken. So haben wir hochgerechnet, dass wir im Traumbungalow auf Ko Chang mit 500 Euro im Monat locker zurecht gekommen waeren.

Wir haben in keinem Moment etwas nur des Sparens wegen erduldet, sind also nie in grausamen Absteigen geblieben, wenns bezahlbare (sprich im Rahmen des Budgets) Alternativen gab. Im Gegenteil, da haben wir eher drauf geachtet, auch mal was Schoenes (nicht zu Verwechseln mit Luxus) zu haben. Auch hier gibts also Einsparpotential.

Wo wir oefter bewusst gespart haben, ist beim Essen. Nicht, dass wir wenig gegessen haetten, sondern einfach, dass wir hierzulande relativ teures Western-Essen gemieden haben oder anstatt in schnieke Restaurants lieber zu guenstigen Strassenstaenden oder auf Maerkte zum Essen gegangen sind. Nicht, dass das Essen dort (in den schicken Schuppen) im Vergleich zu Deutschland teuer waere, aber im Vergleich zum lokalen Preisniveau schon.

Eine letzte Sache, die uns etwas Geld gekostet hat, war unsere Bank, denn die bietet leider kein kostenloses Geldabheben im Ausland an. Waer uns bereits in Deutschland klar gewesen, dass wir ausser Neuseeland noch einige Laender mehr besuchen werden, haetten wir uns um eine der praktischen gebuehrenfrei-im-Ausland-Abheben-Visa-Karten wie z.B. die von der deutschen Kreditbank geholt. Aber naja, im Nachhinein ist man immer schlauer.

Samstag, 24. Mai 2008

TH: Ko Phi Phi

Ko Phi Phi hat trotz aehnlichem Klang absolut nichts mit unserem Toiletten-Artikel von kuerzlich gemein. Ausser vielleicht, wenn man einen Uebergang bei den Haaren herbeizieht. ;)

Amelie wollte unbedingt ihren Traumstrand haben, nun waren wir da. Den Weg von Nong Khai runter in den Sueden haben wir mit zwei Billigfluegen abgekuerzt.





Phi Phi liegt in der Andamanensee westlich von Thailand, 1,5 Stunden Bootsfahrt von Phuket oder Krabi entfernt und ist fuer ein kleines Stueckchen Land ganz schoen vollgepackt. In den Nachwirren des Tsunamis, der 2004 ueber die Insel herzog, war ein kontrollierter Bebauungsplan wohl die geringste aller Sorgen.

Wir haben diesmal Amelie zum Erkunden vorgeschickt und sind eine Nacht auf dem Festland geblieben, um diverses Zeug zu erledigen. Waehrend wir also noch in Krabi schnarchten, lag meine Schwester im schnuckeligen Bambus-Bungalow im mehr inlaendisch gelegenen Teil von Ko Phi Phi und durfte dank undichtem Moskito-Netz mit der Naturverbundenheit ihrer Unterkunft kaempfen.

Nach dem Anblick ihrer Beine am naechsten Tag zu urteilen, haben die Schnacken euphorisch "Frei-Bier" ueber die ganze Insel gebruellt (hat mich ein wenig an Hannahs Back nach der Nacht ohne Moskito-Netz auf Samoa erinnert). Amelie war nach einer Nacht ohne viel Schlaf also froh, mit uns in eine andere Unterkunft umzuziehen und wir waren begeistert, zur Abwechslung mal jemanden zu haben, der sich schon zurechtgefunden hatte und uns rumfuehren konnte.

Neben viel Nichtstun und einem kurzen Abstecher zum Aussichtspunkt der Insel, haben wir uns einer Halbtages-Boots-Tour mit Schnorcheln, vom Boot huepfen (ja, auch Sonja ist gesprungen), den Strand von The Beach besichtigen und Sonnenuntergang suchen angeschlossen.







Alle Bilder findet ihr hier.

Freitag, 23. Mai 2008

Reisekasse - Teil 1

Warum ist am Ende vom Geld immer noch so viel Reisen uebrig? Auf reges Interesse hin (Eures und unseres) sind wir heute mal die Kostenaufstellung fuer die letzten paar Monate angegangen, koennen Euch daher nun neben generellen Gedanken auch konkrete Fakten bieten.



Generell fuehrt Sebastian taeglich Buch ueber Ausgaben und Kassenstand, damit wir nicht aus dem Auge verlieren, wo unser Geld hingegangen ist, wieviel wir so brauchen und auch dafuer, um Abrechnung untereinander zu ermoeglichen. Dafuer benutzen wir oben zu sehendes Buch (und ein System, das sich Sebastian mit Trial and Error ausgedacht hat).

Das taegliche Aufschreiben klappt nicht immer; wenn wir mal wieder abends in einer neuen Stadt ankommen, ein Zimmer suchen, was Futtern gehen und dann kurz vorm Augenzufallen noch einen Blog-Eintrag raushauen, bleibt das Kosten aufstellen gerne mal links liegen. Das sorgt dann oftmals fuer angestrengtes "Mhh, was war doch noch gestern alles dabei?", letztendlich geht aber auch das.

Wenns besonders viele Ausgaben ueber einen Tag sind, notieren wir auch mal nebenher auf einem kleinen Block (den wir eh fast immer dabei haben) die Einzelausgaben, um diese abends ins kleine Buechlein zu uebertragen.

Das Ganze hoert sich nach viel Arbeit an, ist manchmal auch eine kleine Last, aber hilft extrem die Kosten im Auge zu behalten und notfalls auch mal dabei, ein paar Tage kuerzer zu treten. Der beruehmte "Oh, wo ist das ganze Geld hin"-Effekt bleibt somit handhabbar.

Zu den konkreten Zahlen demnaechst mehr.