Samstag, 3. Februar 2007

FRA - LON - LAX - AKL

Ich hatte ja schon gedacht, dieser Mammut-Flug ist zum Kotzen, aber nein, ganz entgegen meiner Erwartungen war er sogar richtig erträglich. Allein die Tatsache, dass ich hier sitze und munter vor mich herschreibe, anstatt tot im Bett zu liegen und Schlafdefizit zu schmälern, spricht Bände.

Frankfurt -> London war "Operated by Lufthansa", also nichts Besonderes. Ab London gings dann mit der Air Newzealand NZ1 weiter und die hat nicht nur für jeden Fluggast ein eigenes Entertainment-Display, sondern *tada* a la Business-Class einen mehr als ausreichenden Fundus an aktuellen Kinohits zum selbst zusammenstellen und timen. Neben den Kinohits gibts auch noch betagtere Klassiker, Film-Festival-Filme, TV-Serien, Sport-Aufzeichnungen, Reisedokus, usw. so dass das übliche Problem (vorgefertigtes Film-Programm, den Top-Film hat man zumeist noch kurz zuvor im Kino gesehen) entfällt. Mein Programm war: Sideways, The Prestige, The Queen, A Good Year, The last kiss (Film war nicht so prickelnd, Rachel Bilson um so mehr ;) ), sowie zwei Rugby-Spiele der All Blacks (das ist die neuseeländischen Rugby-Nationalmannschaft, Kostprobe 1, Kostprobe 2).

Direkt beim Einstieg ins Flugzeug gibts auf den Displays einen kleinen optischen "Apetizer" auf Neuseeland. Wäre da nicht die Radlerin im Vordergrund gewesen, hätte ich auch schon im Flieger die Landschaft auf dem Bild bemerkt ;) Mann, Mann, Mann, da wird man für ein paar Monate von seiner Freundin getrennt und bekommt dann prompt so ein Bild vorgesetzt (Link) ...

Beim Zwischenstopp in L.A. durfte das ganze Flugzeug aussteigen, sich brav beim amerikanischen Programm für den gläsernen Welten-Bürger einschreiben (2 x Fingerabdruck und einmal grinsen bitte) und wurde dann in einen Warteraum bugsiert, bei dem man sich ~ 2 Stunden mit den amerikanischen Fassungen von "Wer wird Millionär" und "Familienduell" berieseln lassen konnte. Währenddessen wurde das Flugzeug generalüberholt und flott für die zweite Etappe von L.A. nach Auckland gemacht.

Diese schlägt dann auch wieder mit 12:30 zu Buche (was ich mit meinem gedanklichen Bild der Weltkarte nie und nimmer gedacht hätte), bis man dann in Auckland den ersten Fuß auf neuseeländischen Boden setzt.

Aufgrund des isolierten und damit fremden Einflüssen gegenüber sehr anfälligem Ökosystem halten es die Kiwis mit den Einfuhrkontrollen sehr strikt. Jegliche Naturalien (Obst, Brot, Gemüse, Fleisch, Bodenreich, verdreckte Trekking-Artikel, Holzschnitzereien, ...) dürfen unter keinen Umständen mit eingeführt werden und man wird auf dem Weg vom Flieger zu den Einwanderungsschaltern immer wieder prominent darauf hingewiesen. Zur fachgerechten Entsorgung ggf. doch mitgeführter Verbotsartikel stehen dann auch direkt große Mülleimer zur Verfügung.

Ich hatte mich aufgrund div. Horrorstories im Netz (Links habe ich dummerweise nicht mehr parat, Grenzbeamte sollen jedoch nicht gut auf Gefahr-Potential-Einschlepper zu sprechen sein und können einem die Einreise recht ungemütlich / langwierig gestalten) am Vorabend des Abflugs sogar extra noch hingesetzt und die Sohlen meiner mitgenommenen Schuhe mit der Bürste von Dreck und Steinchen gesäubert.

Letztendlich ist das Einwanderungsformular nochmal ausdrücklich um die genauen Regularien (was darf nicht rein) ergänzt, man muss extra bestätigen, dass man so etwas nicht mitführt und damit gehts dann an den Einwanderungsschalter (btw. "objectable / indecent movies", also dänische Western dürfen auch nicht eingeführt werden). Das Interview des Schalterbeamten war diesmal erfreulich kurz, auch wenn er mich in der ersten Frage direkt gefragt hat "Do you carry any drugs?". Was haben die alle nur mit mir und Drogen (Achtung Insider)?!

Weiter gehts zur Gepäckaufnahme, wo ein kleiner, fleissiger Dackel mit zwei Frauchen (Einwanderungsdamen) wie von der Tarantel gestochen von Gepäckstück zu Gepäckstück heizt und alles erschnuppert, was nicht ins Gepäck gehört. Bei mir nix drin, was nicht reingehörte, keine Ahnung, was passiert, wenn doch was drin gewesen wäre. In meiner näheren Umgebung wurde zumindest niemand direkt gelyncht ;) Nächste Station ist Customs (Zoll), nein ich habe nichts auszuweisen und gut ist. Zu guter letzt kommt nochmal eine Durchleuchtungsstation (sonst ja immer vor dem Antreten eines Flugs, hier beim Betreten des Landes) und nachdem das Gepäck dann im Laufe der Reise zum x. Mal durch so ein Teil gelaufen ist, wars das auch schon und man kann erstmal durchschnaufen.

Die Fotos zum Flug finden sich hier.

Per Airbus (der direkt vor dem International Terminal abfährt, nicht dort, wo "Taxis / Busses / ..." ausgewiesen sind) gehts dann für 15 NZ $ in die Innenstadt von Auckland. Der fährt in einer Roundtour ca. 20 Stationen in der Stadt an, bevor er wieder zum Flughafen zurück fährt. Meine vorübergehende Bleibe, der Railway Campus ist nicht dabei, also unterwegs rausschmeissen lassen und den Rest (bissel mehr als 500 Meter) selber laufen.

3 Kommentare:

Guido hat gesagt…

Das mit den Drogen war doch die Geschichte, die Du letztens beim Mittag im Eckdöner erzählt hast, oder?

Sebastian Kayser hat gesagt…

Jopp.

Zur Vollständigkeit für den Rest:
Ich als Mensch mit eh meist leicht ungesundem Aussehen (sprich: blass, hager) nach ewig langem Arbeitstag (hatten Wartung an diesem Abend) von der Polizei kontrolliert worden und dass die roten Augen vom Stieren ins Notebook-Display kamen, wollten die nicht glauben. Vorausgegangen war ein von mir abgebrochener Spurwechsel nachdem ich grad noch beim Schulterblick 'nen Wagen im toten Winkel gesehen hab. Dass der Wagen 'ne Zivilstreife war, war natürlich mein besonderes Glück.

Sebastian: "... ausgezehrt bin ich vom Stress und die roten Augen kommen davon, dass ich die letzten 14 Stunden in ein Notebook-Display geglotzt habe."

Polizist: "Ahh interessant, Stress. Nehmen Sie da vielleicht manchmal was gegen? Gegen den Stress?"

usw ... sinnlos

Kay hat gesagt…

Ich bin gespannt, wie du das Schreiben derartigen Stories im weiteren Verlauf deines Aufenthaltes durch hältst :-)

Ein Detaillierungsgrad den du hoffentlich beibehältst!

Rupp an Sebbl! ;)