Dienstag, 19. Juni 2007

Kepler Track

Im Rahmen unseres 5-Tage-Ausflugs hatten wir auch eine kleine Wandereinlage geplant und da im Fjordland mit dem Milford-, Routeburn- und Kepler-Track drei der neuseeländischen Great Walks liegen, lag es nahe, einem solchen einen Besuch abzustatten.



Great Walks sind die hiesigen Deluxe-Wanderwege in jeder Hinsicht: Beste Aussichten, beste Hütten, bester Ausbau. Um es mit den Worten des hiesigen Naturschutzministeriums, des Department of Conservation (DOC) auszudrücken:

The Great Walks are the department's premier walking tracks, through areas of some of the best scenery in the country.


Die Tracks sind üblicherweise Mehrtages-Wanderungen und in der Hochsaison ist eine Vorabreservierung von Schlafplätzen in den Hütten erforderlich, da die Tracks dann von Hundertschaften an Touristen beackert werden. Im jetzigen Winter ist der Ansturm aber deutlich geringer und man kann einen solchen Track auch kurzfristig buchen. Die Hüttenleistungen sind verringert (keine Kohle und Brennholz zum Heizen vorrätig, kein fließend Wasser in der Hütte, keine Gaskocher) und die Damen im lokalen DOC-Office verichten alles in ihrer Macht stehende um unbedarfte Wandertouristen mit ungeignetem Equipment von solchen Tracks abzuraten.

Wir haben uns nicht abschrecken lassen (waren ja auch gut ausgerüstet) und sind eine Tagesetappe des Kepler-Tracks bis zur ersten Hütte auf 1100 Höhenmeter gelaufen, haben dort genächtigt und sind am nächsten Tag wieder zurückgelaufen. Belohnung dabei war ein Bilderbuch-Sonnenaufgang sowie Postkarten-Panormaansichten.







Nebenbei haben wir noch nette Leute kennengelernt. Kai und Hannes sind zwei Deutsche, die sich kürzlich in Neuseeland getroffen haben und aktuell zusammen touren. Kai hat seinen Promotion hinter sich und gönnt sich 6 Monate Pause auf Weltreise bevors ins Berufsleben geht, Hannes ist auf Work und Travel unterwegs und pausiert vom Studieren wenn ich mich recht entsinne. Daneben hatten wir noch Gesellschaft von zwei ebenfalls auf Weltreise befindlichen, englischen Mädels sowie einem etwas ruhigeren Argentinier, der sich seine Zeit mit Hermann Hesse anstatt mit uns vertrieben hat.

Kai sowie die Mädels hatte jede Menge interessante Weltreise-Geschichten zum Besten zu geben und so sind wir trotz des anstrengenden ersten Wandertages erst gegen 23:00 Uhr in unsere Schlafsäcke gekrabbelt.

Alle Bilder hier.

Das Beste an solch einem Trip sind die Momente, wenn man Alltägliches wieder richtig zu schätzen lernt: Einen flackernden Ofen in der Hütte der Wärme spendet. Die einfachen Gerichte, die nach Ankunft in der Hütte aufgekocht werden und deren Geruch in der Luft hängt. Die trockenen Klamotten in die man steigen kann. Der erste leckere Kaffee wenn man wieder vom Berg runter ist, schmeckt so gut wie noch keiner vorher und auch das mehr tröpfelnd aus der Dusche kommende, heiße Wasser der heimischen Dusche ist die reinste Wohltat.

In diesem Sinne auf noch jede Menge weitere Outdoor-Aktivitäten hier im Lande der Kiwis!

1 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

So wie ich das hier lesen kann und auf den Fotos sehe, geht's dir ja ziemlich gut und neue Eindrücke gibts wohl täglich. Da bleibt mir nichts anderes zu tun als dir weiterhin viel Spass und tolle Erlebnisse zu wünschen. Der Blog liest sich fein, ich hole mir alle paar Tage (Wochen) ein Update. Grüße ins Kiwiland! Sascha