Die erste Nacht in einem neuseeländischen Hostel war erfreulich erholsam. Auf jeden Fall deutlich ruhiger als meine desaströse Hostel-Erfahrung in Barcelona. Während in Barcelona hauptsächlich Party-Klientel in Hostels unterwegs und die Nächte dementsprechend kurz waren, steigen hier in den Hostels (zumindest wenn man nicht die mitten in den größeren Städten nimmt) querbeet alle möglichen Leute ab. Von "Urlaubern" wie mir über die typischen Working-Holiday-Bummler bis hin zu ganz normalen Einheimischen, die lediglich eine günstige Form der Unterbringung suchen (das beinhaltet auch alle möglichen Altersklassen von 20+ bis 60+). Das Gesellschaftsleben findet in den Aufenthaltsräumen und
nicht im geteilten Zimmer statt, ach wie schön.
Bezüglich der Unterbringung hatte ich mir noch überlegt, wo ich mich den größtenteils aufhalten werde, da es natürlich mehrere Übernachtungsmöglichkeiten gibt.
Campingplätze, hier Holiday Parks genannt, bieten entweder Zelt- / Wohnmobilplätze oder möblierte Häuschen für 2 Personen (sog. Cabins). Die Preise variieren je nach Standort und beginnen für eine Cabin bei etwa 50$. Eine große Holiday-Park-Kette ist
Top10. Bei denen auf der Homepage findet man eine schöne Übersicht über alle Plätze (inkl. Preisen). War mir als Alleinreisender aber zu teuer.
Motels und Hotels. Für schmales Budget absolut keine Alternative, daher kann ich dazu nichts näheres sagen. Von der Automobile Association gibts dazu einen Accomodation Guide mit Übersicht über verfügbare Unterbringungsmöglichkeiten, den ich mir im AA-Office in Auckland mitgenommen und recht schnell wieder entsorgt hatte.
Hostels / Jugendherbergen. Viele (die meisten?) Hostels sind im Dachverband "Budget Backpacker Hostels" (BBH,
http://bbh.co.nz/) untergebracht. Von diesem gibts eine Backpacker-Mitgliedskarte die Übernachtungen um 2-3$ pro Nacht günstiger macht und eine 20$-Calling-Karte enthält (mit der man günstig nach Deutschland telefonieren kann).

Die Karte kostet 40$ und hat sich bereits nach spätestens 10 Nächten in Hostels gerechnet, ist also eine lohnenswerte Investition. Alle im BBH-Verband untergebrachten Hostels sind im BBH Accomodation Guide aufgeführt (der Traveller-Bibel für NZ, wenn man so möchte). Zu jedem Hostel gibts nen kleinen Text und
ganz wichtig ein offizielles Rating an dem sich gut ablesen lässt, was einen im jeweiligen Hostel qualitativ erwartet (ab 80% wirds richtig gut).

Am BBH-Guide habe ich mich dann auch für die Fahrt gen Süden orientiert und meist am Vorabend oder morgens im jeweiligen Hostel angerufen, um mir ein Bett zu reservieren. War so gut wie nie ein Problem, einzig in Christchurch gabs in meinem Wunschhostel kein freien Platz mehr (hab dann halt das nächstbeste genommen).
Die (Betten) gibts in verschiedenen Ausführungen / Raumtypen: Single (Einzelzimmer, nicht jedes Hostel hat welche), Double/Twin (Doppelzimmer, wenn als Einzelreisender unterwegs muss man ein wenig weniger als für zwei Personen zahlen), Shared (geteiltes Zimmer, 2-4 Betten), Dorm (Schlafräume, 5+ Betten). Ich hab immer in einem Shared Room genächtigt (Preisklasse um die 20$, meist ein paar Dollar weniger) und hatte dabei die diversesten Gesellschaften.

Rotorua,
Spa Lodge, 3-Bett-Zimmer: Zwei Amis auf Welttrip, mein Alter, waren ziemlich fertig da wohl die Tage vorher viel gefeiert.

National Park,
Howards Lodge, 4-Bett-Zimmer: Ein Schweizer, ein Deutscher Ex-Studi aus Dunedin und ein Israeli, alle etwa mein Alter.

Wellington (bzw. genauer Plimmerton etwas nördlicher von Wellington, da die Hostels in Wellington alle nur ein 60%-er Rating haben und laut einigen Leuten "gruesome" sein sollen),
Moana Lodge, 2-Bett-Zimmer: Ein holländischer Abenteuer-Urlauber auf 3-Monats-Real-Life-Pause in Neuseeland. So um die Mitte 30, war u.a. schon in Venezuela im Dschungel mit Indianern und in der Sahara mit Beduinen unterwegs. Ist in Holland selbstständiger Schreiner und nimmt sich alle paar Jahre ein paar Monate Auszeit. War übrigens das mit Abstand beste Hostel auf meiner Reise, Einschlafen und Aufwachen zum Rauschen der Brandung (war auch die einzige Nacht in der ich richtig friedlich durchgeschlafen habe).

Takaka,
The Nook Guesthouse, 3-Bett-Zimmer: Das Kuriosum schlechthin. Eine 62-jährige Dame namens Zoe die normalerweise in einem Old-Folks-Home wohnt und mit mir über Leben und Tod philosophiert hat .... ähhm ja, war irgendwie sehr anders. War übrigens die einzige Schnarcherin auf meinem Trip in den Süden.
Christchurch, Vagabond Backpackers (kein Foto, keine URL), 4-Bett-Zimmer: 2 Schweizer, 1 Asiatin, alle mein Alter. Hab nicht viel von denen mitbekommen, da ich recht zeitig ins Bett bin.
Zum Fahren hab ich mir 'nen Kompakt-Straßenatlas gekauft (Marke muss ich nochmal nachschauen) und zusätzlich fürs Feinere einen ausführlicheren Straßenatlas, den ich jedoch nie gebraucht hab. Der kompakte hatte alles, was das Herz für 'ne normale Tour begehrt: Entfernungsangaben bei Straßenabschnitten, ca. Reisedauer zwischen großen Orten, Straßenkarten für die größeren Städte und war somit vollkommen ausreichend.