Schon wieder hat uns der mühsehlige Backlog erwischt. Um ab sofort die Time-to-Market zu vekürzen, werden wir nicht mehr alle Bilder unserer Unternehmungen, sondern nur eine kleine Auswahl hochstellen.
Zum Thema: Vor einigen Wochen hatten wir kurzerhand 11 Leute zusammengekratzt und uns am Wochenende nach Glenorchy aufgemacht, um den dortigen Routeburn-Track zu trampen. Der Plan: Samstags rauf auf knapp 1000 Höhenmeter, übernachten, und Sonntags wieder runter. Das Ganze neben der üblichen Ausrüstung auch noch mit Kohle und Holz im Backpack, um uns abends/nachts auf der Hütte halbwegs warm zu halten.
Nachdem wir Freitags mitten in der Nacht in Glenorchy (genauer Kinloch Lodge) bei Dauerregen angekommen waren, hatten wir uns noch schnell ein paar Nudeln gekocht (dank unserer zwei verantwortlichen Chefkochs nahezu ungenießbar, da unendlich scharf) und uns ins Bett geschmissen. Mit Blick auf die unvermindert anhaltenden Regenschauern am nächsten Morgen wurden erste Murrer laut ("Mhhh, müssen wir da wirklich raus?", "Du, war das eben nicht Gewitter?"). Ein paar hundert Kilometer fährt man aber nicht mal eben so, um dann wieder unverrichteter Dinge abzuziehen. Also rein in die Regenklamotten, Raincover übers Backpack und auf gings.
Das Spannende bei der Sache: Dank der anhaltenden Regengüsse hatten wir etliche überflutete Flussbette zu kreuzen und kamen in den Genuss einiger Wasserfälle. Selbst die frischgewachsten Schuhe hielten dem beständigen Wasser von unten und von oben nicht stand und so wars uns dann auch bald egal, mitten durchs Wasser zu stiefeln. Viele andere Alternativen gabs auch nicht, da der Weg den Berg rauf mehr einem Bergbach ähnelte als einem Weg.
Die Hütte hatten wir dann für uns ganz alleine (Kapazität 48 Betten), und daher ratzfatz das Bettenlager in den Aufenthaltsraum mit Ofen verlegt. Mhh, cosy.
Nächster Tag astreines Wetter, rein in die immer noch nassen Schuhe und nach kurzem Abstecher gen Gipfel wieder bergabwärts. Die Sturzbäche waren - oh wunder - genausoschnell verschwunden, wie sie entstanden waren. Von den Torturen des Vortags also nichts mehr zu sehen. Wo wir noch knietief durch reisende Bäche gestolpert waren, gabs nicht mehr als ein ausgetrocknetes Flussbett, das Ganze mit dem Anschein, als hätte es seit Jahrzehnten nicht mehr geregnet. Strange.
Fazit: Mordsgaudi, auf jeden Fall empfehlenswert (am besten mit Regen).
Ein paar Bilder finden sich hier.
Freitag, 31. August 2007
Routeburn Track
Mittwoch, 29. August 2007
Back from the Track
Nach längerer Abstinenz mal wieder ein Lebenszeichen. Haben hier gerade einwöchige Semesterbreak und endlich etwas Zeit neben dem Studieren die richtig schönen Seiten Neuseelands zu genießen.
Hatten uns daher letzten Samstag auf den Weg nach Picton am nördlichen Ende der Südinsel gemacht (~700km, 10 Stunden Fahrzeit). Was gibts da wohl, weswegen sich so ne Mördertour lohnt? Sicherlich nicht Picton selbst, was lediglich aufgrund der Fährverbindung zur Nordinsel existiert. Mit unzähligen Motels und Autoverleihs zugepflastert, lässt Picton Schlimmes für die Hochsaison befürchten.
Naja, aber noch ists ja nicht so weit, und wir haben einen Abstecher dorthin gemacht, um die Marlborough Sounds zu genießen. Haben nichts mit der gleichnamigen Zigarettenmarke zu tun (wobei mir gerade positiv auffällt, dass ich in der gesamten Zeit in den Sounds keine einzige Zigarette gerochen habe. Nice!), sondern sind eine der Haupttouri-Attraktionen hier auf der Südinsel. Wunderschöne Fjordlandschaften, durch die mit dem Queen Charlotte Track einer der Great Walks führt.
Genau diesen haben wir uns mit dem Mountain Bike vorgenommen und sind nach 71km Gestrample bergauf und jeder Menge Gaudi beim Bergabheizen auch wieder heil angekommen. Hier der offizielle Online-Fotokatalog zum Track.
Da bei mir viel zu viele Uni-Assignments anstehen, habe ich mich heute mit dem Bus zurück nach Dunedin gemacht (Abfahrt: 07:15, Ankunft 20:40, uff). Sonja tourt mit zwei Mädels von der Uni noch weiter auf der Südinsel rum, was sich beim aktuellen Wetter geradezu anbietet. Obwohl erst in ein paar Tagen offizieller Frühlingsbeginn ist, kommen zeitweise schon richtige Sommergefühle auf.
Donnerstag, 9. August 2007
Global Warming (nur nicht in Dunedin)
Diesen Dienstag war Prof. Tim Flannery, Australian of the Year 2007 (klick), rigoroser Verfechter eines bewussteren Umgangs mit unserer Umwelt und Autor des Buches "The Weathermakers" in Dunedin zu Gast, um eine abendliche Gastlecture zum Thema Global Warming zu halten.
Abgesehen von einem sehr interessanten, aber leider viel zu kurz geratenen Abriss zu unserem Umgang mit der Umwelt im Generellen und der Athmosphaere im Speziellen (dem "great airial ocean") hatte er eine nette Eroeffnung parat, mit der er perfekt Dunedin karikiert hat.
Im groben gings darum, dass er als Auslaender und Gast in Neuseeland, nicht genau darueber informiert ist, wie es hier mit dem Umweltbewusstsein bestellt ist. Jedoch meinte er: "... since you guys are going through the coldest winter you must have had in the last 20 years, i suppose global warming might sound like a good idea to you." Harhar.
Temparaturtechnisch ist es aber halb so wild, wie es sich anhoert. Nachdem man sich an die winterlichen Temparaturen gewoehnt hat, bekommt man schon halbe Schweissausbrueche, sobald die Sonne nur kurz hervorlugt. Zumindest gehts mir so. Nur zu verstaendlich, warum viele Kiwis so kurz bekleidet rumlaufen.
Mittwoch, 8. August 2007
Skifahren in Cardrona
Seit vorletztem Wochenende können wir auf unserer Neuseeland-To-Do-Liste einen weiteren Haken setzen. Wir waren Ski/Snowboard fahren! Und es hat richtig Spaß gemacht. Sogar mir ;).
Da wir die letzten zwei Jahre gar nicht Skifahren waren, hatte ich schon befürchtet, wieder von vorne anfangen zu müssen. Aber Überaschung! Es ist wirklich wie Fahrrad fahren, was man einmal kann, verlernt man nicht mehr. Außerdem hatte ich mit unserem Freund Norman noch einen prima Skilehrer. Richtig anstrengend, an was man da alles denken muss! Mein Fazit also: In Zukunft öfter mal für einen oder zwei Tage Skifahren gehen.
Mit dabei war neben Norman, Sebastian und mir noch Michael aus Kalifornien (sowie am ersten Tag Jerun aus der Schweiz). Michael hatte am ersten Tag ein paar Freaks auf sog. Snowscoots (Link) gesehen und sich am zweiten Tag direkt selbst einen geliehen. Laut Sebastian, der sichs dann auch nicht verkneifen konnte, mal draufzuspringen, ists recht intuitiv in der Bedienung. Fast wie Fahrrad fahren ;)
Die Bilder des Wochenends gibts hier.
P.S.: Unser SKI Storage Room im Motel war lustig anzuschauen. Seht selbst ...
Peninsula Trip die 2.
Wie zu Beginn jedes Semesters hatte das International Office der hiesigen Uni auch diesmal einen Tagesausflug für die internationalen Studenten organisiert. Das Ziel wie gehabt: Otago Peninsula, die vor Dunedin liegende Halbinsel mit gelbäugigen Pinguinen, Albatrossen und Seelöwen (wenn man sie denn zu Gesicht bekommt).
Aufgrund vieler nicht im Voraus angemeldeter, aber dennoch bei der Abfahrt aufgetauchter Studenten gabs eine kleine Planänderung. Nachdem sämtliche Busse voll waren und auf die Schnelle kein weiterer organisiert werden konnte, wurde kurzerhand unser Auto zum Mini-Studenten-Transporter umfunktioniert und los gings. War meiner Meinung nach deutlich lustiger als in einem der Busse, in denen man eh niemand richtig kennenlernt.
Die Bilder des Ausflugs findet ihr hier.
Freitag, 3. August 2007
OUTC - Wednesday Walk
Kurz nach meiner Ankunft in NZ sind Sebastian und ich dem Otago University Tramping Club (OUTC) beigetreten. Tramping steht hier übrigens - anders als bei uns - für Hiking, Wandern oder verwandte Aktivitäten im neuseeländischen Busch. Bestes Argument dem Club beizutreten, sind die mind. 10% Rabatt, die man bei fast allen Shops bekommt, die im groben Sinne was mit Outdoor zu tun haben.
Ein weiteres Argument sind die gemeinsam organisierten Trips. Zumeist Mehrtagestrips in entlegene Gebiete, mitunter aber auch Eintagestrips oder Abendwanderungen. Diese Abendwanderungen finden wenn dann Mittwoch abends statt, nennen sich Wednesday Walkies und führen auf einen der vielen Hügel, von denen Dunedin umgeben ist.
Wie wir bei unserem ersten Wednesday Walk auf den Signal Hill feststellen durften, handelte es sich eher um einen Wednesday Run (vielleicht gabs ja für die ersten zehn einen Preis, wir wissen es nicht, da wir mit der Spitzengruppe nicht mithalten konnten/wollten), wir wurden aber mit einem schönen Blick über das nächtliche Dunedin belohnt.
Hoch gings auf Asphalt (man kann auch mit dem Auto hochfahren), runter gings auf Matsch - als hätten wir am Wochenende zuvor nicht schon genug Matsch gehabt...wie gut, dass wir unsere Schuhe noch nicht geputzt hatten!
Donnerstag, 2. August 2007
Wochenendtrip Silverpeaks
Noch keine drei Wochen in Neuseeland, schon hatte mich Sebastian auf mein erstes größeres Trip-Abenteuer in die Bergregion Silverpeaks (nördlich von Dunedin) geschleppt. Mit dabei war noch Hannah, die bis dato ebenfalls keine mehrtägigen Wandererfahrungen "in der Wildnis" gemacht hatte.
Wir hatten mit einer Menge Matsch zu kämpfen, wurden dafür aber mit wunderschönen Aussichten und viel Spaß belohnt.
Alle Bilder des Trips gibts hier.
Mittwoch, 1. August 2007
Sachen gibts
Soeben im Computerlabor geschehen: Sebastian kommt mit einem Mitstudenten aus China ins Gespraech und der fragt u.a. ob ich an Modelleisenbahnen interessiert bin, weil das doch ein starkes deutsches Hobby sei. Wie sich rausstellt, war der Chinese schon zweimal in Deutschland, einmal sogar fuer nen Sprachkurs und hat auf ner Eisenbahnboerse deutsche Modelleisenbahnen als Souvenir mitgenommen. Hoert sich jetzt idiotischer an, als es war, der Kerl war sehr interessiert und aufgeschlossen.
Nach der ersten Ueberraschung erzaehlte er mir noch jede Menge mehr ueber Analogien zwischen Hong Kong und Berlin (der Kerl weiss mehr ueber Berlin als ich ;) ) und wusste auch sofort was mit Speyer anzufangen: "Da gibts doch nen grosses Eisenbahnmuseum, dort und in Sinsheim, oder?".
Schon erstaunlich und sehr beeindruckend. Das sind die Elite-Chinesen, die 24x7 mit Studieren beschaeftigt sind und mit denen wir in ein paar Jahrzehnten auf dem globalen Arbeitsmarkt konkurieren duerfen. In diesem Sinne, viel Spass beim Zelebrieren deutscher Hobbies.