Samstag, 12. Januar 2008

OZ: Blue Mountains ...

... oder wie teile ich mir ein Weltnaturerbe mit möglichst vielen Touristen.



Blue Mountains; das hört sich nach Bergwelt an. Bergwelt widerum assoziiere ich mit frischer Luft, selbstauferlegter Einsamkeit, Ruhe und beindruckenden Naturpanoramen. Mit dieser Erwartung - speziell nach längerem Aufenthalt in Neuseeland und Gewöhnung an die dortigen Berge - in die Blue Mountains zu fahren, das kann eigentlich nur schief gehen. Nicht dass die Blue Mountains nicht schön waren ... aber die Erwartung sollte etwas realitätsnaher sein.

100 Kilometer westlich von Sydney liegt das Blue Mountains genannte Gebiet, seit 2001 mit zwei benachbarten Nationalparks (Kanangra Boyd National Park, Wollemi National Park) geschützt als Weltnaturerbe. Hundert Kilometer klingt nach viel, fühlt sich tatsächlich aber nur wie ein etwas entfernterer Vorort von Sydney an; allein bis man aus dem Großstadt-Bereich raus ist, sind sicherlich schon an die 50 Kilometer auf dem Tacho.

Auf dem Great Western Highway gehts von einem kleinen Örtchen entlang des Highways zum nächsten, immer weiter hinein in die Gegend der Blue Mountains. Davon, dass man in einer Bergwelt sein sollte, keine Spur.

Tatsächlich ist die Gegend ein Hochplateu, auf das man entlang des Highways fährt. Die sehenswerte Landschaft, schroffe Sandsteinformationen, Canyons und Wasserfälle gibts außerhalb der Ortschaften und abseits des Highways zu bewundern. Das ist nett anzuschauen (und deutlich anders als alles von Neuseeland bekannte), dient daher auch als gern gebuchtes Ausflugsziel von Sydney aus. Und genau das ist das Problem.

Die populärsten Aussichtspunkte dienen als Publikumsmagnete und ziehen nicht nur Publikum an, sondern bringen auch alle dazugehörigen Nebenerscheinungen mit sich. Überfüllte Wege, laute Menschenmassen, in die Landschaft gepfefferter Müll und viele superleicht zugängliche (sprich: mitunter langweilige) Tracks. Das man dann von so gut wie keinem der Mitwanderer mehr ein freundlich entgegengeworfenes "Hey, how you going?" hört, verdeutlicht dann nur noch das unschöne Gesicht des Massentourismus.

Wenn man das umgeht (zu späterer Tageszeit loslaufen) bzw. den ganzen Zirkus auf längeren und schwierigeren Tracks hinter sich lässt, erschliesst sich jedoch die beeindruckende Landschaft und das von Neuseeland so andere Buschfeeling.







So lässt nach 4 Uhr der Besucherandrang spürbar nach und man muss sich viele der Wege nicht mehr im 2 Spur-System teilen. Unter einsamen Wasserfällen kann man duschen und sich ganz alleine im "Dschungel" Gedanken über Hinweise im Wander-Reiseführer machen ("Keep alert of snakes!" ... unter Beachtung solcher Hinweise und etwas umsichtigen Verhalten alles kein Problem).

Wir sind zwei kleine Touren gegangen (teilweise noch ohne das obige Wissen): Zum einen den National Pass bei den Wentworth Falls (inklusive Abstecher zu den Lower Wentworth Falls und dem am Fuße gelegenen Sandstrand, sehr !!! empfehlenswert), zum anderen den Federal Pass Walk bei den Three Sisters. Bei den Three Sisters waren die Wasserfälle auf der entfernten Seite der Three Sisters (in der Nähe der Scenic World) das Highlight. Schon erstaunlich, wie hart Wasser sein kann, wenn es aus ein paar Dutzend Metern auf einen herabprasselt. Die Three Sisters haben zwar einen hohen Wiedererkennungswert, sind ansonsten aber nicht sehr spektakulär.

Beide Touren befinden sich mitten im Touristen-Gebiet. Abseits dieser Gegenden bieten sich zigfache Möglichkeiten, die Facetten des Parks auch ohne Unmengen an Menschen zu erkunden. Wer mit sowas liebäugelt sollte sich einen der vielen Walking-Guides zulegen, die speziell auf die Blue Mountains zugeschnitten sind (gibts vor Ort). Neben den Track-Beschreibungen finden sich dort auch Hinweise zu Flora und Fauna.

Alles in allem empfehlenswert. Die Bilder findet ihr hier.

6 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hey ihr, nun drei,
schade, dass diese schöne Landschaft so von Touristen überfüllt ist!
Aber trotz allem habt ihr ein paar schöne Fotos geschossen.

Jetzt aber was anderes, Sebastian du solltes mal wieder zum Friseur! ;)

Wünsch euch noch eine schöne Zeit in Australien!

Gruß Christoph

Anonym hat gesagt…

Moin!

Was war das eigentlich genau im Kochtopf? Keine Nudeln mit Soße!!! Ich kann bis heute keine Nudeln mit Soße essen/riechen/sehen/fühlen :)

Den Meeresgetiermarkt hätte ich gerne gesehen und mir davon ne schöne Meeresfrüchtepfanne gemacht. Ohne Nudeln.

Gruß, Steffen

tino hat gesagt…

Nice, I like!

Hannah hat gesagt…

Freut mich, dass ihr wenigstens auch was Nettes dort gefunden habt - mich hat's ja nicht so begeistert...

Sebastian Kayser hat gesagt…

Im Topf waren Rindfleisch, nen paar bunte Paprika und Zwiebeln. Das Ganze mit Weissbrot ... mhhh, lecker.

Sebastian Kayser hat gesagt…

Christoph, ja das mit dem Friseur stimmt. Zum Glueck hab ich ja meine treue Kappe dabei, die gut zum Wuschelkopf-Verdecken geeignet ist :) So kann ich den Friseur-Besuch noch etwas rauschieben.