Freitag, 14. März 2008

KH: Angkor W(h)at?!

Sorry fuer die billige Ueberschrift, aber den Wortspiel-Steilpass muss man einfach nehmen. Aehnlich, wie Steve Savage in seinem Buch ueber Backpack-Reisen in Europa das Buchkapitel ueber die Tschechische Republik mit "Czech this out!" betitelt hat. Aber zurueck zum Thema, Angkor Wat.





Was mir vor unserer Reiseplanung nicht bewusst war, ist die Tatsache, dass Angkor Wat "nur" das Monumental-Kronjuwel eines extrem grossen Gebiets - uebersaet mit Tempeln und Tempelruinen aus der Bluetezeit des Khmer Reichs - darstellt (hier mal eine Karte zur Uebersicht). War waehrend dieser Zeit (9. - 13. Jahrhundert) Hauptstadt des Khmer Reiches mit sage und schreibe 1 Million Menschen ... uff.

Name des Sammelsuriums: Temples of Angkor (oder hochoffiziell: Angkor Archeological Park). Genuegend aufeinandergesetzte Steine um Archaeologen Jahrzehnte zu beschaeftigen und unsereins zumindest einige Tage (man will ja auch noch andere Laender sehen).



Das Tempelgebiet ist durchzogen von Strassen, laedt also zur Erkundung auf allem ein, was Raeder hat (sicherlich nicht zu Fuss). Wir haben uns also direkt am ersten Tag mutig auf ein paar gemietete Fahrraeder geschwungen, sind die 12 Kilometer von Siem Reap nach Angkor Wat gefahren und haben von dort den Grand Tour Circuit zzgl. ein paar weiterer Tempel in Angriff genommen. Total geplaettet - nach summa summarum 50 Kilometern - wieder im Hotel war klar, dass das eine einmalige Angelegenheit war.

Es ist zwar sehr erfuellend, losgeloest von den restlichen Touri-Massen dahinzuradeln, aber waehrend der aktuellen Trockenzeit auch sehr, sehr heiss und anstrengend (muss zu anderen Zeiten nicht weniger anstrengend sein).



Indiz dafuer waren uebrigens nicht nur unsere mueden Knochen, sondern auch die Gesichter einiger ebenso unerschrockener Drahtesel-Reiter, die gegen Ende des Tages eine deutliche Sprache sprachen.

Am zweiten Tag wurden die Fahrraeder ergo direkt gegen ein Tuk Tuk getauscht und wir haben die Fuesse hochgelegt waehrend es von einem Tempel zum naechsten ging. Diese verzaubern (manche auch nicht) mit unterschiedlicher Architektur, variierender Liebe zum Detail oder aber wie z.B. Ta Prohm mit den bekannten Ansichten von "Baum gegen Tempel".





Es ist also fuer jeden Geschmack was dabei. Und waehrend viele das furchtbar toll finden und laut plappernd sowie sich vor allem knipsend durch die Anlagen ziehen, kommt mir der ganze Zirkus leicht skurril vor: Inmitten der nun fast ein Jahrtausend stehenden Tempeln wuselt unsereins umher und kommt sich wichtig vor - wohingegen die Tempel in ein paar Jahrhunderten mehr oder weniger immer noch stehen (Katastrophen mal ausgenommen) und sich all unsere Wichtigkeit (mitsamt uns) laengst in Staub aufgeloest hat.

Ideal geeignet zum Gedanken schweifen lassen und passende Relationen fuer Wichtig / Nicht Wichtig zu finden. So einfach laesst sich trivialer Kuddelmuddel gedanklich entsorgen ... Genug philosophiert, die Tempel sind einen Besuch wert, wobei wir uns beim naechsten Mal ein paar entferntere Tempel wie Koh Ker und Beng Melea anschauen wuerden (einfach um den Touri-Massen zu entgehen). Denn wenn auch ein paar Touristen nicht stoeren, merkt man abends inmitten eines halben Kilometers an Touri-Bussen schnell, dass die "paar" bei Angkor schon laengst ueberschritten sind.

Alle Bilder findet ihr hier.

P.S.: Hat eigentlich jemand ne Ahnung, was der Typ geraucht hat, der die Treppen fuer die Tempel konstruierte?