Donnerstag, 3. April 2008

VN: Halong Bay

Sobald die ersten Kalkstein-Klippen aus dem Nebel auftauchen, an einem vorbeigleiten und wieder im Nebel verblassen, denkt man: "Hey, das sieht ja aus wie der Ang Thong Marine National Park in Thailand!".

Genausoschnell wie einem dieser Gedanke kommt, verwirft man ihn wieder, wenn man den Blick erneut nach vorne richtet und ploetzlich der ganze Horizont mit diesen Felsinseln versehen ist. Faszinierend! Im kalt-tristen Fruehlingswetter (ihr erinnert Euch, wir sind wieder auf der Nordhalbkugel, also im selben Jahreszeitenrhythmus wie Deutschland) ist das zwar weit entfernt von der relaxten Sommer-Bade-Tour, die im Katalog steht, aber wie gesagt ... faszinierend!



Aber alles von Anfang an. In Hanoi hatten wir uns durch die Riesenauswahl an Touranbietern gekaempft, die Preise fuer eine 2-Tages-Tour reichen von 22 USD bis ueber 200 USD pro Person und das alles bei nahezu gleich klingendem Reiseplan.

Der Unterschied liegt in der Unterbringung (Zimmer mit/ohne Bad, mit/ohne Holzvertaefelung, mit/ohne Klimaanlage, mit/ohne Boot ;) ) und Verpflegung (mehr/weniger, besser/schlechter, kostenpflichtig/kostenlos) an Bord. Waehrend bessere Reiseagenturen auch als Tour-Unternehmer fungieren, ueberlassen billigere die Abwicklung der Tour separaten Unternehmen ... Resultat ungewiss.

Wir hatten uns letztendlich fuer das (goldene?) Mittelfeld und eine Tour mit Vega Tours fuer 60 USD pro Person entschieden und wurden bereits am naechsten Morgen um viertel vor Acht am Hotel eingesammelt. Mit lediglich vier weiteren Tour-Teilnehmern (maximal 16) gings im Minibus nach Halong City, Einfallstor zur Halong Bay und Ankerplatz der Cruise-Kutter-Armada. Krasser Auflauf.





Nachdem wir uns durch den Wust der Mitbewerber-Boote gekaempft hatten, gingen wir auf Zwei-Tages-Inselwelt-Kurs. Der erste dieser zwei Tage war reichlich mit Programm gefuellt, so dass die Zeit mit Szenerie-Bestaunen, Hoehlen-Besichtigung und Kayaken wie im Flug verging. Unser Guide musste uns vor Sonnenuntergang noch vom Wasser pfeifen, weil wir die Zeit total vergessen hatten.









Der zweite Tag dagegen war total uninspiriert, sprich unnoetig. Wo bitte ist der Beamer, der einen direkt nach Hanoi zurueckbringt?! Nach Minimal-Fruehstueck (eine Schuessel Nudelsuppe, Nachschub gibts keinen) gings im Schneckentempo ohne Umwege zurueck nach Halong City. Von "even more scenery (on the second day)" keine Spur. Dafuer gabs eine Stunde lang Industrie-Frachter und die triste Skyline von Halong City zu sehen. Mittagessen war Massenabfertigung in einer Bahnhofshallen-aehnlichen Einrichtung, die sich Restaurant nannte und dann waren ja noch die 3 Stunden im Bus zurueck nach Hanoi abzusitzen. Um es mit den Worten Kays zu sagen: Sinnlos!

Fazit: Halong Bay ist nen Besuch wert. Man darf sich jedoch keine falschen Vorstellungen bzgl. des Ablaufs machen. Alle Anbieter machen mehr oder weniger das gleiche Programm, d.h. man hat auch ueberall viele Boote / Menschen. Entscheidend fuer den Spass-Faktor einer Tour sind dann die Guides und das genaue Angebot an Bord / on Tour.

Unser Guide war bemueht und hat uns immerhin zum Kayaken aufs Wasser begleitet. Teilnehmer anderer Touren durften ohne Guide aufs Wasser. Unser Guide hat sich auch fuer den miserablen zweiten Tag entschuldigt (mit dem Hinweis, dass wir mehr haetten machen koennen, wenn wir frueher aufgestanden waeren - haetten wir das mal frueher gewusst), bei anderen Touren trifft man bei Nachfragen auf Achselzucken und Desinteresse.

Ein besonders Erlebnis gibts evtl. mit einer der "Luxus"-Touren von Handspan Travel oder Buffalo Tours. Eventuell sind dort auch Getraenke mit drin, die bei uns zu horrenden Preisen extra berechnet wurden (Dose Cola 15.000, die im Restaurant normalerweise um die 10.000 kostet).

Mit dem jetzigen Wissen wuerden wir uns (mit beschraenkter Reisekasse) wohl wieder fuer einen der Mittelklasse-Anbieter entscheiden. Es haette bzgl. der Abwicklung zwar besser sein koennen, geht aber wie wir von anderen gehoert haben auch schlechter. Fuer Normal-Urlaub wuerden wir getreu dem Motto "Viel hilft viel!" eindeutig zu den teureren Touren tendieren.

Falls einer von Euch mal durch die Bucht cruist, sind wir gespannt auf Eure Erfahrungen.

Alle Bilder findet ihr hier.

Dabei auch solche, die nicht ueberall im Katalog stehen, wie z.B. das folgende. Diesel-Motoren in Action! Die Segel auf den Booten sind nur zur Verzierung da, weil mit Segeln innerhalb der mitunter engen Felsenwelt kein Manoevrieren moeglich ist.



Ein Ankerseil ist uns natuerlich entgegen anderslautender Berichte nicht gerissen. Waere interessant gewesen, vielleicht waeren wir dann heute bereits in China ;) Immerhin hat uns der Guide erklaert, dass die Boote ueber Nacht alle in einer Gegend naechtigen muessen, weils in der Vergangenheit Uebergriffe von Piraten (mitunter mit gekappten Ankerseilen) auf einsam liegende Boote gegeben hatte.

1 Kommentare:

Hannah hat gesagt…

Da hattet ihr Dank der Piratenstory ja doch noch etwas Action. Übrigens glaube ich nicht, dass ein gekapptes Ankerseil überhaupt zu größeren Problemen führt -außer natürlich man treibt gegen einen Felsen und sinkt...Übrigens fand ich selbst das Boot mit den Frachtern ganz interessant, die sehen auf jeden Fall auch anders aus als hier.