Reisen kostet Geld, egal ob man mal fuer 2 Wochen in Urlaub geht oder 5 Monate in der Weltgeschichte umherreist. Grosser Unterschied ist jedoch, dass bei letzterem der Kontostand am Ende des Monats nicht wie ueblich mit einer Gehaltszahlung besaenftigt wird, sondern stetig sinkt.
Damit dieses Sinken kontrolliert vonstatten geht, behalten wir unsere Ausgaben im Auge und haben uns natuerlich vor Reiseantritt Gedanken ueber ein Budget (stark gekoppelt an verfuegbare Finanzen) gemacht.
Im Mittel veranschlagt haben wir fuer Australien 50 Euro pro Tag und fuer Asien 30 Euro pro Tag, macht bei 2 Monaten Australien und 3 Monaten Asien summa summarum 5000 Euro. Das beinhaltet alles von Visa, Fluegen, sonstigem Transport und Eintrittsgebuehren ueber taegliche Ausgaben bis hin zu Sachen wie Buecherkauf (Sonja ohne Buechernachschub geht nicht), Toilettenartikel, Medizin oder sporadische Souvenirs. Lediglich der Flug von Neuseeland nach Deutschland mit 3 Monate-Stopover in Hong Kong war schon im Voraus gezahlt.
Die Kostenabschaetzung fuer Asien haben wir auf Erfahrungswerte anderer Traveller gestuetzt, die wir in Neuseeland getroffen hatten. Fuer Australien haben wir die Kosten fuer Auto, Unterkunft und Nahrung ueberschlagen ud etwas Puffer fuer Sonderausgaben oder Aufenthalte in generell teureren Grossstaedten draufgeschlagen.
Nachdem unsere Reise nun schon fast ihr Ende erreicht hat koennen wir hier nicht nur ueber Projektionen, sondern tatsaechliches Eingetretenes reden und konkrete Zahlen beifuegen. Umgerechnet in Euro haben wir pro Nase und Tag folgendes ausgegeben (sortiert nach Laendern in besuchter Reihenfolge).
- Australien: 56 Euro
- Hong Kong: 53 Euro
- Kambodscha: 23 Euro
- Vietnam: 28 Euro
- China: 38 Euro
- Thailand: 25 Euro
- Laos: 18 Euro
Bei Neuseeland hatten wir noch kein Buch gefuehrt, war aber guenstiger als Australien, da wir ein eigenes Auto hatten, nicht so weit fahren mussten und Unterkunft deutlich guenstiger war.
Etwas verfaelscht sind die Zahlen durch Ausgaben, die wir in einem Land fuers naechste getaetigt haben. So haben wir z.B. in Hong Kong Visa und Anflug fuer Kambodscha bezahlt oder in Vietnam den 2-Tages-Zug nach Beijing in China.
Im Schnitt liegen wir innerhalb unseres Budgets, haben so z.B. in den nun fast 3 Monaten Asien knapp 2.800 Euro pro Nase ausgegeben; laesst streng genommen 200 Euro fuer knapp 2 Wochen, werden alleine wegen dem Flug von Bangkok nach Hong Kong drueber liegen. Somit sind wir in der geschaetzten Summe vielleicht um 10% drueber, haben aber genauso streng genommen auch 3 Monate und 1 Woche, also garnicht mal schlecht.
Mit einer relaxteren Reiseroute (d.h. keine so grossen Entfernungen in kurzer Zeit, mehr Aufenthalt an einem Ort) lassen sich diese Kosten deutlich druecken. So haben wir hochgerechnet, dass wir im Traumbungalow auf Ko Chang mit 500 Euro im Monat locker zurecht gekommen waeren.
Wir haben in keinem Moment etwas nur des Sparens wegen erduldet, sind also nie in grausamen Absteigen geblieben, wenns bezahlbare (sprich im Rahmen des Budgets) Alternativen gab. Im Gegenteil, da haben wir eher drauf geachtet, auch mal was Schoenes (nicht zu Verwechseln mit Luxus) zu haben. Auch hier gibts also Einsparpotential.
Wo wir oefter bewusst gespart haben, ist beim Essen. Nicht, dass wir wenig gegessen haetten, sondern einfach, dass wir hierzulande relativ teures Western-Essen gemieden haben oder anstatt in schnieke Restaurants lieber zu guenstigen Strassenstaenden oder auf Maerkte zum Essen gegangen sind. Nicht, dass das Essen dort (in den schicken Schuppen) im Vergleich zu Deutschland teuer waere, aber im Vergleich zum lokalen Preisniveau schon.
Eine letzte Sache, die uns etwas Geld gekostet hat, war unsere Bank, denn die bietet leider kein kostenloses Geldabheben im Ausland an. Waer uns bereits in Deutschland klar gewesen, dass wir ausser Neuseeland noch einige Laender mehr besuchen werden, haetten wir uns um eine der praktischen gebuehrenfrei-im-Ausland-Abheben-Visa-Karten wie z.B. die von der deutschen Kreditbank geholt. Aber naja, im Nachhinein ist man immer schlauer.
3 Kommentare:
Sehr aufschlussreich! Super Artikel! Danke!
Muss Tino (mal wieder) zustimmen, wirklich sehr aufschlussreich;
aber 'bloody hell', dieser Artikel ist so verdammt deutsch -die Frage danach allerdings auch ;-)
Schoen, dass offenbar was rueberkam. Danke fuers Feedback.
Das mit dem "deutsch" kann ich gut nachvollziehen. Immerhin haben wir die Nachkommastellen weggelassen ;)
Kann aber auch lustig sein: Gerade gestern haben wir die Ausgaben nochmal ueberflogen, dabei sind uns haufenweise Erinnerungen hochgekommen und die Erkenntnis, dass es gut war, erst das teure Australien zu bereisen und dann in die Billiglaender zu gehen.
Aktuell zahlen wir 600 Baht (12 Euro) fuer unseren Bungalow und das ist in Thailand (bis auf Phi Phi) bisher die Obergrenze.
Koennt ihr Euch also vorstellen, wie skurril es dann fuer uns war, einen Kostentag aus Australien vor Augen zu haben, wo wir ein B&B fuer 77 AU$ (45 Euro) hatten und damals noch hinter dem Ruecken der Gastgeberin gegrinst hatten: "Die muss sich in der Preisgestaltung vertan haben, viel zu guenstig fuer hiesige Verhaeltnisse ;)".
Mit unserem jetzigen Restgeld wuerden wir bei so Preisen wohl umgehend die Rueckreise antreten.
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