Ihr habts gemerkt: Das Bloggen hier gestaltet sich etwas zäh. Grund dafür - und wohl auch dafür, dass nicht alle Blogeinträge vor Euphorie schwärmen - sind die elend langen Strecken, die es zurückzulegen gilt. In den etwas mehr als zwei Wochen mit meiner Mutter on Tour haben wir knapp 5000 Kilometer zurückgelegt. Das sind nach Adam Riese mehr als 300 Kilometer Fahrstrecke pro Tag ... Uff.
Heute konnten wir uns endlich mal einen kompletten Nachmittag Zeit nehmen, um Euch zu Hause auf dem Laufenden zu halten. Viel Spaß (und Ausdauer) beim Lesen! Fangt beim Eintrag über Canberra an und arbeitet Euch bis zu diesem hier vor, dann solltet ihr ein Bild davon bekommen, wie es uns so erging.
Wir sind also erstmal geplättet vom vielen Fahren, dankbar für die kleinen Highlights entlang des bisherigen Weges und sammeln Energie für die anstehenden Wochen. Wenn wir das Auto am 4. Februar wieder in Melbourne abgegeben haben, gehts nämlich via Flieger nach Tasmanien.
Das ist immer noch Australien, zumindest rein staatstechnisch gesehen, liegt aber auf einer im Südosten befindlichen Insel und soll so rein garnichts mit Australien gemein haben. Was uns dorthin zieht ist der Overland Track; mal wieder Wandern, aber diesmal auf einem neuen Level. 7 Tage gehts mit Zelt, Essen und was man sonst noch so alles zum Leben braucht durch die Berge. Abseits von Zivilisation und Supermärkten. Wir sind schonmal fleissig am Planen und freuen uns drauf.
Donnerstag, 31. Januar 2008
OZ: Zwischenstand
Mittwoch, 30. Januar 2008
OZ: Auf dem Dach Australiens
Zu Sonjas Geburtstag haben wir uns ein spezielles Halt-Dich-Jung-Und-Knackig Fitness-Programm ausgedacht: Auf den höchsten Berg Australiens, Mt. Kosciuszko (2228 Meter) und ein bisschen drumherum (21 Kilometer).
Mitten in den australischen Alpen gelegen, liegt der Berg zwar in einem namentlich mit europäischen oder neuseeländischen Gebieten verwandtem Areal, weist aber bei weitem nicht die Höhe und Schroffheit auf, die wir eigentlich erwartet hätten.
Nichtsdestotrotz war das Programm ein voller Erfolg. Nach belohnendem Abendessen beim Italiener haben wir nachts den Schlaf der Seeligen geschlafen. Sehr erholsam.
Alle Bilder findet ihr hier.
OZ: Südostküste
Anstatt nach der Great Ocean Road wieder durch Melbourne gen Osten zu fahren, haben wir uns kurzerhand entschlossen, die Fähre zu nehmen, welche die Bay südlich von Melbourne kreuzt.
Das brachte uns an einen idyllisch gelegenen Strand. Genauer gesagt einen Abschnitt des Strandes, der sich - begleitet von kilometerweise Campingplätzen - entlang der Port Phillip Bay erstreckt. In perfekter Wochenendentfernung von Melbourne und somit wieder ein handfestes Argument für hohe Lebensqualität.
Weiter gings, mal wieder im Eiltempo, vorbei an Lakes Entrance nach Mallacoota. Auch hier wieder ein Fleckchen Erde, das zum länger Verweilen einlädt.
Alle Bilder findet ihr hier.
OZ: Great Ocean Road
Den Rückweg aus den Flinders Ranges haben wir im Eilschritt hingelegt. Durch zwei der populären Weingebiete Australiens - Clare Valley & Barossa Valley - gings an die Küste südöstlich von Adelaide; 800 Kilometer an einem Tag. Über die Weingebiete lässt sich nicht viel sagen, außer vielleicht, dass wir auch nichts verpasst hätten, wenn wir sie nicht gesehen hätten. Mit mehr Zeit im Gepäck wäre das sicherlich anders gewesen.
An der Küste angelangt, war unser übergeordnetes Ziel, nach Osten in Richtung Great Ocean Road zu kommen; der mit imposanten Kalksteinklippen gesäumten Straße am Meer.
Unser Weg dorthin war geprägt von heftigen Meeresböen. Das Autofahren wurde zum kleinen Abenteuer und ein ursprünglich geplanter Kanuausflug auf dem Lower Glenelg River war bei den trotz Sonnenschein sehr frischen Temperaturen schnell vergessen.
Wenn man nun Great Ocean Road hört, denkt man gleich an italienische oder ähnliche, sich endlos windende Steiluferstraßen. Weit gefehlt; die Straße nähert sich nur teilweise dem Uferbereich, bietet punktuell wirklich schöne Ausblicke, verabschiedet sich dann aber auch wieder für lange Abschnitte komplett vom Meer und verschwindet im Wald.
Sehr sehenswert ist die Straße rings um ihre Ikone, die 12 Apostel: ein Dutzend aus dem Meer hervorragende Kalksteinfelsen. Die immer tosende Brandung, die dort vorherrscht, hat die 12 nicht nur einst aus dem Boden gestampft, sondern hat einen bereits wieder im Meer versinken lassen, genau genommen sinds also die 11 Apostel.
Alle Bilder gibts hier.
P.S.: Ach ja, und sieht das hier nicht nach Neuseeland aus?! Muss mal noch ein paar andere Bilder rauskramen, aber bei Cape Bridgewater kam Neuseeland-Feeling pur auf.
OZ: Flinders Ranges
Auf den Tipp einer Melbournerin hin, hatten wir die 450 Kilometer nördlich von Adelaide gelegenen Flinders Ranges auf unseren Reiseplan genommen. Als Übergangsgebiet ins Outback eine willkommene Ergänzung, da wir budget- und zeitbedingt kein zentrales Outback eingeplant hatten (und damit einige der typischen Australien-Eindrücke auf unbestimmte Zeit vertagen).
Zum Entfernungsvergleich: Obwohl die Flinders Ranges besagte 450 Kilometer von Adelaide in Richtung Outback liegen, sind es nochmal weitere 1200 (!) Kilometer bis zum Ayers Rock im zentralen Inland. Nur Fliegen ist schöner (und das ist mit Quantas als einziger Airline, die dorthin fliegt, schmerzhaft für den Geldbeutel).
Der Aufenthalt in den Flinders Ranges war geprägt von eindrucksvollen Wanderungen (mal wieder), aufdringlichen Kängaruhs auf der dreisten Suche nach Essen, bis zum Horizont reichenden Straßen, relativer Einsamkeit auf dem im Busch platzierten Campingplatz beim Wilpena Pound sowie unserer zweiten Schlangenbegegnung.
So zugetragen um 10 Uhr morgens auf dem Gipfelweg zum Mt. Remarkable: Die Schlange lag schläfrig direkt auf dem schmalen Weg (keine Möglichkeit auszuweichen), war (wie wir im Nachhinein erfahren haben) eine tödliche Tiger Brown und da sie sich trotz eifriger Stampferei keinen Meter bewegen wollte, haben wir aus sicherer Entfernung versucht, das gute Vieh zu steinigen; hat nicht geklappt. Die Schlange hat sich letztendlich getrollt und wir sind mit gehörigem Respekt weiter gen Gipfel gestapft.
Was eine Erfahrung ... und das Ganze nachdem sich meine Mutter noch bzgl. Schlangen auf dem Weg erkundigt hatte und ein lapidares, mit patronisierendem Lächeln versehenes "Ah, there hasn't been a snake sighting in ages" zur Antwort bekam. Bei kühlen Morgentemperaturen also lieber dreimal vorsichtig sein!
Alle Bilder gibts hier.
OZ: Adelaide
Von den Grampians gings direkten Weges auf dem Western Highway nach Adelaide weiter. Die weiter südlich gelegene Great Ocean Road wollten wir uns für den Rückweg von Adelaide nach Melbourne aufheben.
Grampians bis nach Adelaide, das sind knappe 500 Kilometer auf ewig geraden, relaxt zu fahrenden High- oder Freeways und das wiederum steht stellvertretend für die Entfernungen, die man hier zurücklegen muss, um von einem sehenswerten Fleckchen zum nächsten zu kommen. Wenn wir also schon gedacht hatten, die viele Fahrerei in Neuseeland mit Steffen wäre teils grenzwertig gewesen, dann lagen wir da komplett falsch. Australien setzt dem Ganzen die Krone auf. Also entweder viel Zeit mitbringen, oder den Reiseplan auf kleine Teilgebiete / Highlights einschränken.
Adelaide liegt umgeben von ausgebleichtem Farmland im Bundesstaat Südaustralien; nach Aussage eines Taxifahrers dem "driest state in the driest country". Das geht einher mit Wasserrestriktionen: Auto mit Gartenschlauch waschen ist tabu, Rasen bewässern darf man nur alle paar Tage, abhängig von geraden oder ungeraden Wochen und so ist es kein Wunder, dass viele Häuser überhaupt keinen richtigen Rasen haben.
Dennoch scheinen sich die Südaustralier über latente Wasserprobleme keinen Stress zu machen. Die Füllstände der Wasserreservoirs liegen aktuell immerhin bei knapp 80% (in Canberra warens nur knapp über 40%) und mit der Zeit gewöhnt man sich ja bekanntlich an alles.
Richtig prägnante Touristenhighlights hat Adelaide nicht zu bieten (oder sie haben sich uns nicht erschlossen), nichtsdestotrotz war uns das Städtchen sympatisch. Zum Schnabulieren gings auf den Central Market und danach zum Schlendern durch die Straßen mit den überall ins Straßenbild eingestreuten, alten Fassaden und Bauten. Abends lockten die westlichen Stadtstrände mit schönen Sonnenuntergängen - praktischerweise hatten wir einen davon direkt vor der Haustür des Campingplatzes, auf dem wir standen.
Alle Bilder findet ihr hier.
OZ: Grampians NP
Der Grampians National Park (NP) ist einer von unzähligen National Parks im Staate Victoria. Victoria befindet sich im Südosten Australiens, Bundeshauptstadt ist Melbourne und ganze 17% des Bundesstaats sind Parkfläche.
Beste Voraussetzungen also, um unserer Wanderlust zu frönen. Den Grampians NP hatten wir bereits von vielen empfohlen bekommen, haben also dort direkt zwei Tage Zwischenstopp eingelegt.
Zwei neue Erfahrungen waren damit verbunden: Zum Ersten haben wir unseren ersten australischen "Berg" erklommen. Früh morgens um 7 gings los, um Mt. Stapylton mit seinen etwas über 400 Metern zu erwandern. Das war nicht nur sehr abwechslungsreich und mit ein paar steileren Kraxelpassagen endlich mal schön fordernd, sondern auch Ereignissstätte der zweiten neuen Erfahrung: Begegnung mit einer Schlange.
Wir waren zu Beginn des Weges noch sehr auf der Hut. Stets fleissig am Trampeln, um den vibrationssensiblen und scheuen Schlangen anzumelden, dass wir auf dem Wege sind, hat mich das stark an Tinos Erzählung von den Wanderungen durch Kanada erinnert. Dort wird immer schön laut in die Hände geklatscht, um Bären aus dem Weg zu gehen.
Unser fleissiges Getrampel war jedoch nicht nur anstrengend, sondern nach etwas mehr als einer Stunde angesichts der schönen Aus- und Ansichten fast vergessen. Ohne was Böses zu ahnen, erklomm ich eine kleine Anhöhe, nur um dort hinter einem Stein, etwa 2 - 3 Meter von mir entfernt eine Schlange zusammengekringelt am Boden liegen zu sehen. Während ich innerlich einen Satz nach hinten gemacht hab (tatsächlich bin ich stehengeblieben, um nicht rückwärts die Felsen runterzufallen), hat die Schlange glücklicherweise was Ähnliches gemacht: Sich entkringelt und in den Busch verzogen.
Nicht, dass das verwunderlich gewesen wäre. Prinzipiell wissen die heimischen Schlangen, dass wir kein Futter sind, sind also nicht aggressiv und verziehen sich, insofern sie nicht provoziert werden. Ich war in dem Moment jedoch heilfroh. So eine Schlange direkt vor sich auf dem Boden zu sehen, ist dann doch was anderes, als hinter einer Glasscheibe im Zoo.
Alle Bilder findet ihr hier.
OZ: Melbourne
Melbourne, knapp 1000 Kilometer von Sydney entfernt an der Südküste von Australien gelegen, ist nicht nur Austragungsort der Australian Open (die übrigens aktuell stattfinden) und des Australian Formel 1 Grand Prix, sondern laut Reiseführer eine der weltweiten Städte mit der höchsten Lebensqualität.
Mit einer der Faktoren dafür ist wohl wie in den anderen australischen Großstädten die Unmenge an Parks. Direkt ans Stadtzentrum z.B. grenzen mit den Royal Botanic Gardens weitläufige Grünviertel, die angeblich zu den schönsten ihrer Sorte weltweit gehören. Dort wimmelts von Picknickdecken, Barbeques und turtelnden Pärchen, alle paar Wochen ergänzt ein bunter Strauß von Marktbuden das Treiben und in der Zeit von Januar bis März laden die Gärten mit dem Moonlight Cinema Cineasten zum abendlichen Open Air Kino ins grüne Domizil ein. Davon, dass außendrum das hektische Großstadttreiben vonstatten geht, bekommt man nichts mit. Ähnlich herrlich wie die Gärten in Paris oder, so stellt man sich das vor, der Central Park in New York.
Wir hatten das Glück von allem etwas mitzunehmen, denn sowohl der Markt als auch das Freiluftkino waren zugegen. Melbourne als Gesamtes hingegen war auf Anhieb etwas schwer zu verdauen. Während Sydney und dort speziell Newtown sofort unsere Herzen gewonnen hatten, wirkte Melbourne erstmal wie ein großes, unkoordiniertes Potpourri. Architektonisch kämpfen die letzten drei Jahrhunderte um Aufmerksamkeit. Im Herzen der Innenstadt, dem Federal Square, glänzen neumodische Fassaden im Licht der heißen Tagessonne, während drumherum klassische Kirchen, alte Fassaden und etwas weiter Art Deco Bauten ins Straßenbild eingestreut sind. Komisch, andernorts wirkt sowas charismatisch, hier wirkte es erstmal chaotisch.
Über insgesamt drei Tage tasteten wir uns jedoch erfolgreich näher. Bestandteil des Schnupperprogramms, neben jeder Menge umherwandern, leckerem Essen und dem Open Air Kino, war der Besuch des Old Melbourne Gaol, dem Knast in dem der australische Volksheld und Nationalikone Ned Kelly seine letzten Tage abgesessen hatte, bevor er wie dort insgesamt 135 andere an den Galgen geführt wurde. Zum Leben Ned Kellys gibt es unzählige Filme, einer davon tatsächlich mit Mick Jagger in der Hauptrolle, ein anderer mit dem leider kürzlich verstorbenen Heath Ledger. Die letzte Hängung im Bundesstaate Victoria fand übrigens erst 1976 statt, kaum 30 Jahre her.
Zum Abschluss des Aufenthaltes in Melbourne hieß es - und das war der eigentliche Grund überhaupt so schnell von Sydney nach Melbourne zu düsen -, unseren 2-Mann-Camper gegen einen 3-Mann-Camper einzutauschen, um damit dann inklusive meiner Mutter weiter auf Roadtour zu gehen. Grobe Marschrichtung damit war gen Westen nach Adelaide. Erste Zwischenstation auf dem Weg: Der Grampians National Park.
Alle Bilder findet ihr hier.
OZ: Canberra
Unsere Reisetruppe, nun 3 Leute stark (Sonja, meine Mutter, meiner einer), hat sich nach Sydney erstmal ausserplanmäßig im Eilschritt in Richtung Melbourne begeben - ein Zwischenstopp inbegriffen: Canberra. Hintergrund war, dass wir nur in Melbourne unseren "Zweisitzer" gegen was Größeres tauschen konnten.
Zwischen Sydney und Melbourne liegt inmitten des Australia Capital Territories (ich würde ja dreist behaupten, inmitten von Nirgendwo) die Hauptstadt Australiens, Canberra. Deutlich und auf beinahe unterhaltsame Weise offenbart diese, wohin menschliche Sturheit führen kann: Nachdem Sydney (im Bundesstaate New South Wales gelegen) und Melbourne (Bundesstaat Victoria) sich nicht einigen konnten, wer denn die australische Landeszentrale werden darf, wurde ein Bauplatz nahe der Grenze zwischen den beiden Staaten ausgedeutet und Canberra aus dem Boden gestampft.
Mit ca. 325.000 Einwohnern ist Canberra deutlich kleiner als Sydney (4,1 Millionen) oder Melbourne (1,3 Millionen). Aber nicht nur das, es ist auch deutlich charakterloser. Selbst nach 30 - 40 Jahren seit Abschluss der Stadt-Bauarbeiten fühlt sich das von einem ortsfremden Amerikaner auf dem Reissbrett geplante Städtchen mehr wie ein lebloses Paradestück sozialistischer Baukunst an, als wie eine vibrierende Hauptstadt.
Aber Hauptsache, jemand konnte mal wieder seinen Sturkopf behaupten. Wie doch so oft im Leben. Sehr skurril.
Interessant, neben den diversen Bauten wie dem New Parliament Building, ist das Botschaftsviertel mit großteils in landestypischer Bauweise gehaltenen Botschaftsgebäuden. Landestypisch sind zum Teil auch die offenkundigen Sicherheitsmaßnahmen. Während die israelische Botschaft regelrecht verbarrikadiert ist, schützt die neuseeländische nicht mal ein Zaun. "No worries" halt.
Alle Bilder gibts hier.
Freitag, 18. Januar 2008
OZ: Siebenmeilenstiefel
Waehrend des Reisens in neuen Laendern regelmaessig Artikel zu posten ist gar nicht so einfach, wie gedacht. Nicht ueberall gibts Internet (z.B. an von uns gern aufgesuchten, kostenlosen Rastplaetzen in der Pampa zum Uebernachten) und wenn wir dann mal in der Naehe von Internet sind, dann nur auf der Durchreise oder mit so viel anderem Programm im Nacken, dass wir es einfach nicht ueber uns bringen, gemuetlich im Internetcafe zu bloggen.
Nicht, dass wir hier gestresst waeren, aber aktuell nehmen wir uns zu Gunsten anderer Dinge einfach nicht die Zeit regelmaessig zu bloggen. Jede Menge Erfahrungen sind bereits im Gepaeck, die es wert waeren gebloggt zu werden. So haben wir vor kurzem inmitten von Kaengaruhs uebernachtet, haben unverhofft unsere erste Schlange beim Wandern gesehen und haben gerade mit Adelaide unsere vierte australische Grossstadt besucht.
Heute gehts von Adelaide noerdlich in Richtung Flinders Range. Die liegt so etwa 500 Kilometer ueber Adelaide und soll einen guten Vorgeschmack aufs Outback bieten, das wir nicht auf unserem Reiseplan stehen haben. Schroffe Landschaft, hohe Temperaturen und ein wenig Wanderspass stehen somit auf dem Programm der naechsten vier Tage.
Bis wir mal wieder Zeit finden, zu bloggen, schonmal danke fuer die vielen netten E-Mails. Wir freuen uns ueber jede einzelne und haben Euch nicht vergessen.
Sonntag, 13. Januar 2008
OZ: Sydney, die 2.
Aus den Blue Mountains sind wir erstmal kurz nach Sydney zurück, um meine Mutter zu treffen, die uns hier unten für 3 Wochen auf unserer Reise begleitet. Das gab uns nochmal eineinhalb Tage, um mit ihr abzuklappern, was man in Sydney gesehen haben muss bzw. was uns noch auf unserem Plan fehlte.
Neben dem obligatorischen Besuch des Opernhaus, sind wir durch die Royal Botanic Gardens gewandert und haben die Massen an Joggern bestaunt. Mehr Leute bewegten sich dort hechelnd durch die Gegend, als wie unserereins gemütlich und entspannt. Ganz in der Nähe, am Mrs. Macquire Point waren die Vorbereitungen für das St. George Open Air Kino im vollen Gange. Wie in allen großen australischen Städten, gibt’s den Januar / Februar über Freiluftkino vor netter Kulisse.
Eigentlich wollten wir noch in den Australian Reptile Park im Norden Sydneys, um mehr über die einheimischen Schlangen und Spinnen zu lernen. Die Zugfahrt hin und zurück hätte jedoch allein mehr als 3 Stunden unseres Tages verschlungen, deshalb haben wir den Programmpunkt untern Tisch fallen lassen (und uns nach einem Tag der wie im Zeitraffer verging ins Bett).
Am nächsten Morgen stand zur Option extrem früh aufzustehen, um das Auktionstreiben auf dem Sydney Fish Market zu erkunden.
Der Markt ist gemessen an der Artenvielfalt der zweitgrößte der Welt (nach Japan) und während die Auktionen frühmorgens um 05.30 starten (die sich auch zweimal die Woche in einer Hinter-den-Kulissen-Tour erkunden lassen), geht ein anderes Treiben nahtlos danach bis in den Tag hinein weiter. Wir haben uns also gegen frühes Aufstehen entschieden.
Angeschlossen am Fish Market ist nämlich eine kleine Einkaufspassage in der man das fangfrische Meerestierreich in jeder erdenklichen Form kaufen und auch bereits zubereitet verspeisen kann. Ergänzt wird das Angebot durch einen Bäcker, Weinhändler, sowie eine Obsthandlung. Für das leibliche Wohl ist also gesorgt. Steffen hätte das sicherlich gut gefallen.
Unser Speisentisch war vielfältig, u.a. haben wir uns nochmal an Austern probiert. Ganz ehrlich: Das war das zweite und letzte Mal, Sonja wärs beinah wieder hochgekommen. Naja, was für ein Zitat haben wir letzt so schön gelesen: „I love trying things and discovering how i hate them“.
Samstag, 12. Januar 2008
OZ: Blue Mountains ...
... oder wie teile ich mir ein Weltnaturerbe mit möglichst vielen Touristen.
Blue Mountains; das hört sich nach Bergwelt an. Bergwelt widerum assoziiere ich mit frischer Luft, selbstauferlegter Einsamkeit, Ruhe und beindruckenden Naturpanoramen. Mit dieser Erwartung - speziell nach längerem Aufenthalt in Neuseeland und Gewöhnung an die dortigen Berge - in die Blue Mountains zu fahren, das kann eigentlich nur schief gehen. Nicht dass die Blue Mountains nicht schön waren ... aber die Erwartung sollte etwas realitätsnaher sein.
100 Kilometer westlich von Sydney liegt das Blue Mountains genannte Gebiet, seit 2001 mit zwei benachbarten Nationalparks (Kanangra Boyd National Park, Wollemi National Park) geschützt als Weltnaturerbe. Hundert Kilometer klingt nach viel, fühlt sich tatsächlich aber nur wie ein etwas entfernterer Vorort von Sydney an; allein bis man aus dem Großstadt-Bereich raus ist, sind sicherlich schon an die 50 Kilometer auf dem Tacho.
Auf dem Great Western Highway gehts von einem kleinen Örtchen entlang des Highways zum nächsten, immer weiter hinein in die Gegend der Blue Mountains. Davon, dass man in einer Bergwelt sein sollte, keine Spur.
Tatsächlich ist die Gegend ein Hochplateu, auf das man entlang des Highways fährt. Die sehenswerte Landschaft, schroffe Sandsteinformationen, Canyons und Wasserfälle gibts außerhalb der Ortschaften und abseits des Highways zu bewundern. Das ist nett anzuschauen (und deutlich anders als alles von Neuseeland bekannte), dient daher auch als gern gebuchtes Ausflugsziel von Sydney aus. Und genau das ist das Problem.
Die populärsten Aussichtspunkte dienen als Publikumsmagnete und ziehen nicht nur Publikum an, sondern bringen auch alle dazugehörigen Nebenerscheinungen mit sich. Überfüllte Wege, laute Menschenmassen, in die Landschaft gepfefferter Müll und viele superleicht zugängliche (sprich: mitunter langweilige) Tracks. Das man dann von so gut wie keinem der Mitwanderer mehr ein freundlich entgegengeworfenes "Hey, how you going?" hört, verdeutlicht dann nur noch das unschöne Gesicht des Massentourismus.
Wenn man das umgeht (zu späterer Tageszeit loslaufen) bzw. den ganzen Zirkus auf längeren und schwierigeren Tracks hinter sich lässt, erschliesst sich jedoch die beeindruckende Landschaft und das von Neuseeland so andere Buschfeeling.
So lässt nach 4 Uhr der Besucherandrang spürbar nach und man muss sich viele der Wege nicht mehr im 2 Spur-System teilen. Unter einsamen Wasserfällen kann man duschen und sich ganz alleine im "Dschungel" Gedanken über Hinweise im Wander-Reiseführer machen ("Keep alert of snakes!" ... unter Beachtung solcher Hinweise und etwas umsichtigen Verhalten alles kein Problem).
Wir sind zwei kleine Touren gegangen (teilweise noch ohne das obige Wissen): Zum einen den National Pass bei den Wentworth Falls (inklusive Abstecher zu den Lower Wentworth Falls und dem am Fuße gelegenen Sandstrand, sehr !!! empfehlenswert), zum anderen den Federal Pass Walk bei den Three Sisters. Bei den Three Sisters waren die Wasserfälle auf der entfernten Seite der Three Sisters (in der Nähe der Scenic World) das Highlight. Schon erstaunlich, wie hart Wasser sein kann, wenn es aus ein paar Dutzend Metern auf einen herabprasselt. Die Three Sisters haben zwar einen hohen Wiedererkennungswert, sind ansonsten aber nicht sehr spektakulär.
Beide Touren befinden sich mitten im Touristen-Gebiet. Abseits dieser Gegenden bieten sich zigfache Möglichkeiten, die Facetten des Parks auch ohne Unmengen an Menschen zu erkunden. Wer mit sowas liebäugelt sollte sich einen der vielen Walking-Guides zulegen, die speziell auf die Blue Mountains zugeschnitten sind (gibts vor Ort). Neben den Track-Beschreibungen finden sich dort auch Hinweise zu Flora und Fauna.
Alles in allem empfehlenswert. Die Bilder findet ihr hier.
Mittwoch, 9. Januar 2008
OZ: On the road
Für den ersten Monat Australien entlang der Südostküste, über Canberra und Melbourne bis Adelaide haben wir uns zugunsten von etwas Flexibilität für einen Miet-Campervan entschieden, anstatt die Strecke mit dem Greyhound zurückzulegen.
Mit den Snowy Mountains und den Victorian Alps locken nämlich - abseits der typischen Touri-Pfade - Gebiete mit ansatzweisem Berg-Feeling; nach dem ganzen Tramping in Neuseeland selbstverständlich ein Pflichtprogrammpunkt für uns.
Immer treu dabei ist also aktuell unser niegelnagelneues, kleines Heim auf vier Rädern. Bei Tag dient die zum Bett verwandelte Rückbank als Gepäckhalde (vom Aussehen her gut zu vergleichen mit Müllhalde) und bei Nacht wandert der ganze Krempel auf die Vordersitze, während wirs uns auf den Matratzen zum Schlafen bequem machen. Eigentlich könnte man das ganze Gepäck auch in einem der vielen Fächer unter den Matrazen verstauen, das hat sich aber als deutlich zu umständlich erwiesen.
Da sogar ne kleine Küche inklusive ist (Gaskocher, Spülbecken, Geschirr) brauchen wir zum Reisen außer dem Camper nur ab und an Mal ne Dusche und ne Waschgelegenheit für unsere Klamotten. Geparkt wird auf Highway-Rest-Areas, Aussichtspunktparkplätzen oder auf wenig befahrenen Seitenstraßen. Gerade vorgestern haben wir den Abend am Palm Beach nördlich von Sydney verbracht, wo es alles gab, was das Herz begehrt. Meer zum Planschen, Duschen & WCs, jede Menge Surf-Action zum Anschauen und sogar ein paar Sandsteinfelsen zum Klettern.
Gestern morgen haben wir uns dann extra früh an den Flughafen aufgemacht um einen weiteren Reise-Kompanion in Empfang zu nehmen. Meine Mutter hat sich ein paar Wochen Zeit genommen um die lange Reise nach Down-Under anzutreten und mit uns die Südostküste unsicher zu machen. Die nächsten Wochen reisen wir also zu dritt.
Heute machen wir uns auf nach Canberra, bereits unterwegs waren wir in den Blue Mountains westlich von Sydney. Dazu beim nächsten Mal (kommt bald) mehr.
Freitag, 4. Januar 2008
Sydney - NYE Spektakel
NYE, das ist ein Akronym für New Years Eve (d.h. Silvester) und hier in Sydney gleichbedeutend mit jeder Menge Rahmenprogramm sowie dem spektakulären Feuerwerk.
Am Silvestertag hieß es also früh aufstehen, um sich ein Aussichtsplätzchen für dieses Spektakel zu sichern. Wie schon berichtet, hatten sich einige Hartgesottene bereits am Vorabend am Milsons Point häuslich eingerichtet und bis zu unserer Ankunft gegen 10 Uhr morgens war einiges Weiteres an Zelten, Campingstühlen und diversen improvisierten Absperrungen hinzugekommen. Zu besten Zeiten des Goldrausches muss es wohl nicht viel anders zugegangen sein.
Wir haben uns in weiser Vorausschau ein nettes Plätzchen mit viel Schattengarantie gesucht. Wenn auch nicht in vorderster Reihe haben wir somit zumindest die Sonnenbrandgarantie umgangen, die mit einigen Plätzen der ersten Reihe einherging. Viel später hätten wir nicht kommen dürfen, so gegen 12 Uhr waren die besten Plätze ausgesucht und Nachzügler durften in / an Durchgangswegen Platz nehmen; mit den zu späterer Stunde einsetzenden Menschenmassen(-wanderungen) nicht wirklich gemütlich.
Als offizieller und von der Stadt gemanagter Feuerwerksbewunderungsaussichtspunkt (was ein Wort) bestand grundsätzlich ein Alkoholmitbringverbot (für Eingeweihte heißt das, NO BYO - no "bring your own"). In Wirklichkeit wars aber kein Problem, Alkohol - solange nicht in Glasflaschen oder allzu auffällig - aufs Gelände zu bringen. Zumal zu der Zeit, zu der wir gekommen waren, noch gar keine Kontrollen durchgeführt wurden; die Absperrungen und Kontrollpunkte wurden erst gegen Mittag in Betrieb genommen.
Der Tag dort, immerhin 14 Stunden, ging schneller rum als befürchtet. Mit jeder Menge Essen, Trinken und netten "Nachbarn" verflog die Zeit wie nichts. Um 21 Uhr gabs mit dem Familienfeuerwerk eine kleine Kostprobe, bevor um 24 Uhr endlich die "Post abging".
Gestandenerweise hatten wir uns das Feuerwerk deutlich oppulenter vorgestellt, nachdem wir zwei Jahre zuvor in London ein Feuerwerk erlebt hatten, bei dem man jeden Moment dachte, der Himmel kommt runter (Interessanterweise hat London anscheinend Sydney den Kampf angesagt, was das große Spektakel angeht). Das, d.h. der Riesen-Kawumm-Eindruck, war diesmal nicht ganz der Fall, nett anzuschauen wars trotzdem. Zumal die Location (Harbour Bridge,City-Skyline und Opera House) wirklich Hammer ist. Vielleicht ist bei dem kürzlich in Sydney hochgegangenen Feuerwerksdepot, entgegen offizieller Berichte, doch ein Teil der Sydney-Silvester-Vorräte draufgegangen und normalerweise gibts noch mehr Aha-Effekte für die Sinne.
Alle Bilder findet ihr hier.
Dienstag, 1. Januar 2008
Sydney - Zoo & Co
Einer unserer ersten Programmpunkte in Sydney - nach der generellen Stadterkundung und dem traditionellen Ablichten des Opernhauses - war der Besuch des Taronga Zoo.
Über diesen zu berichten, zaubert gerade ein Schmunzeln auf mein Gesicht, nicht weil der Besuch an sich schmunzelnwert gewesen ist, sondern aus einem anderen Grund. Ein paar Meter von unserem Hostel hier im lebendigen Vorstadtbereich Newtown gibts ein besonders netten Second Hand Bookshop, in dem wir heute etwas Geld gelassen haben. Eins der ergatterten Bücher nennt sich "The Obsessive Traveller" und im Prolog, den ich vorhin angelesen habe, lässt sich der Autor direkt über Zoobesuche als Teil eines Urlaubsprogramms aus."One couple i know go to the botanical gardens in each town they pass through. I had imagined that botanical gardens would be the same the world over, and would do nothing to display the individual characteristics of the culture in which they're placed. [...] I have yet to encounter any traveller who specialises in zoos. That would seem to be a sign of desperation."
Nun will ich dem Zoo und uns nichts Böses nachreden, immerhin gibts dort Koalas (sehr putzig!), Känguruhs (sehr kräftig) und australische Spinnen (sehr haarig) zu sehen, also sehr wohl etwas Spezifisches für Australien. Aber nachdem wir den kompletten Nachmittag im Zoo zugebracht hatten, haben Sonja und ich genau das Besprochen: Warum eigentlich so viel Zeit in einem Zoo zubringen, in dem man größtenteils Tiere sieht, die es auch weltweit woanders zu sehen gibt? Aber was solls, aktuell haben wir ja Zeit.
Nach dem Zoobesuch haben wir uns noch aufgemacht, einen im Voraus ausgeloteten Platz für das große Silvester-Feuerwerk am Folgetag zu begutachten. Sydney hat eine ganze Reihe solcher Plätze (sog. Vantage Points) im Web publiziert, insofern ist es recht einfach, sich einen Überblick zu verschaffen.
Unsere Wahl viel auf Milsons Point, da wir einige sehr geile Bilder aus der dortigen Umgebung gesehen hatten und es im Gegensatz zum populären Mrs Macquaries Point (an dem übrigens die Opernhaus-Fotos in unserem vorigen Post entstanden) auf der City-fernen Hafenseite gelegen ist (d.h. guter Blick auf die Skyline sowie etwas weniger Leute).
Bereits als wir zum Erkunden dort waren - merke, es war der Vorabend vor Silvester, also der 30. - hatten es sich einige Hartgesottene mit einem riesen Camping-Zelt gemütlich gemacht. Nachdem wir ins Gespräch gekommen waren, um uns zu erkunden, wann denn eine empfehlenswerte Zeit wäre, um an Silvester aufzutauchen, haben wir dann auch erfahren, warum die Jungs dieses Jahr so zeitig dran waren. Im Vorjahr kamen sie erst um 18 Uhr am Silvesterabend, zu einer Zeit, zu der bereits alle Plätze mit guter Sicht gnadenlos vollgepackt waren. Dieses Jahr sollte es ihnen also nicht wieder passieren.
Uns auch nicht, dachten wir, liefen also zurück in die Stadt (über die Harbour Bridge, bei Sonnenuntergang sehr schön anzusehen), deckten uns mit Nahrungsmitteln ein und machten uns auf den Heimweg ins Hostel, um am nächsten Tage um 10 Uhr morgens am Milsons Point auf der Matte zu stehen und dem Trubel gemütlich entgegenschauen zu können.
Alle Bilder der ersten paar Tage finden sich hier.